Hannover - Gegen die umstrittene RTL-Kochsendung „Henssler hinter Gittern“ gibt es aus Sicht der Niedersächsischen Landesmedienanstalt keine Bedenken. Medienrechtlich sei die am Montag ausgestrahlte erste von vier Folgen nicht zu beanstanden, sagte der stellvertretende Direktor, Dietmar Füger, der dpa am Donnerstag. Die weiteren Folgen sollen jeweils nach der Ausstrahlung geprüft werden.

Der 41 Jahre alte TV-Koch bereitet in den Sendungen mit Strafgefangenen im Bremer Gefängnis Essen zu. Das Landeskriminalamt (LKA) Hannover hatte die Ausstrahlung scharf kritisiert. Unter anderem nehme einer der Haupttäter eines Verbrechens in einem Restaurant in niedersächsischen Sittensen vom Februar 2007 teil. Damals waren sieben Menschen getötet worden. Das LKA distanzierte sich von dieser Form der öffentlichen Darstellung eines verurteilten Straftäters. In der ersten Folge trat der Sittensen-Täter allerdings nicht aktiv in Erscheinung.

Der Kölner Privatsender wehrte sich gegen die Kritik. Die Gefangenen und ihre Taten würden nicht glorifiziert, es werde nichts beschönigt. Der Bremer CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Claas Rohmeyer wolle die Sendung zum Thema im Rechtsausschuss machen, berichtete Radio Bremen. Die nächste Folge von „Henssler hinter Gittern“ ist kommenden Montag zu sehen.

Der Fernsehkoch selbst äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Auf der Facebook-Seite warb der 41-Jährige für die Sendung. Daraufhin entbrannte eine kontroverse Diskussion unter seinen Fans. Während einige den Koch in seiner Arbeit unterstützen, griffen ihn andere Nutzer für seinen Auftritt massiv an. „Die Sendung ist geschmacklos mein lieber Steffen. Irgendwo hört der Spaß mal auf“, schrieb zum Beispiel ein Mann an den Fernsehkoch.