Meerbusch - Er war „Mr. Teleshopping“. Walter Freiwald, TV-Ikone des Privatfernsehens, ist tot. Er starb am vergangenen Samstag im Alter von 65 Jahren. In den 1990er Jahren wurde der in Wittmund geborene Freiwald an der Seite von Harry Wijnvoord bei „Der Preis ist heiß“ (RTL) zur Kultfigur, pries in der TV-Show in den höchsten Tönen mit großer Geste und viel Temperament Kühlschränke und Gartenmöbel an. Von 1989 bis 1997 lief die Show.

Nach 2010 wurde es hart für ihn: Als seine Frau Annette gegen einen Hirntumor kämpfte, arbeitete er eine Weile nicht, um sich um sie zu kümmern – und fand dann zwei Jahre lang nichts Neues. Anfang 2015 zog Freiwald ins RTL-Dschungel-Camp („Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“), brauchte dringend ein Comeback. In Deutschlands quotenstärkster Show wurde ihm die Rolle des bösen Fieslings zugedacht. Aus Freiwald wurde Freiwild für die Hater im Internet. Er bekam Morddrohungen und – zurück in Deutschland – Personenschutz.

Kritiker hielten ihm vor, selbst ausgeteilt und an der Dramaturgie nicht unschuldig gewesen zu sein. „Ich bin ‘ne Rampensau, na klar“, sagte der Moderator. Das Ausmaß des Hasses auf seinem Facebook-Profil und seiner Homepage habe ihn trotzdem entsetzt.

Der gebürtige Ostfriese verriet in seinen Memoiren („Frei Schnauze und mit einem Augenzwinkern“), dass er eine harte Kindheit mit viel Prügel und wenig Liebe im Ruhrpott hinter sich gebracht hatte. Als langhaariger jugendlicher Ausreißer flüchtete er aus seinem Elternhaus – und wurde Opfer eines Sexualverbrechers.

Dann schlug Freiwalds Stunde als Privatradio-Pionier unter Frank Elstner bei RTL in Luxemburg – er wohnte damals in einer WG mit Hugo Egon Balder.

Mit „Der Preis ist heiß“ schaffte er den Sprung ins Fernsehen. Freiwald moderierte über viele Jahre bei RTL Shop und gilt als Teleshopping-Urgestein.

Vor zwei Wochen, am 6. November, machte Freiwald öffentlich, dass er unheilbar an Krebs erkrankt sei: „Der Krebs ist ein Arschloch und wird mich töten“, schrieb er. Und: „Ich liebe meine Frau und meine Kinder.“