Frankfurt/Main - Der mit einem Haftbefehl gesuchte Serienstraftäter Muhlis Ari alias „Mehmet“ darf vorerst nicht nach Deutschland einreisen. „Es gibt keine Betretenserlaubnis von der Stadt Frankfurt am Main“, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) am Freitag. Zusätzlich habe er die Botschaft gebeten, kein Visum auszustellen. Auch der Haftbefehl einer bayerischen Justizbehörde bleibe bestehen.
Der mittlerweile 29-jährige Ari wollte bei der Frankfurter Buchmesse seine Autobiografie vorstellen. Er hatte Ende der 1990er Jahre in Deutschland für Aufsehen gesorgt: Noch vor seiner Strafmündigkeit mit 14 Jahren hatte er mehr als 60 Straftaten wie Körperverletzung oder Diebstähle begangen.
Der in München geborene Türke war 1998 ohne seine Eltern auf Hinwirken des damaligen bayerischen Innenministers Günther Beckstein (CSU) ausgewiesen worden. Das Bundesverwaltungsgericht nahm die Entscheidung zurück, und Ari durfte 2002 nach Deutschland zurückkehren. Im Jahr 2005 wurde er aber wegen neuer Taten zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt, woraufhin er in die Türkei floh.
Aris Anwalt Burkhard Benecken hatte der Reise zur Buchmesse zuvor noch sehr große Chancen eingeräumt. „Bei jedem anderen Ausländer würde es genehmigt werden – wir hoffen auf Gleichbehandlung“, sagte er.
Dass Ari einreisen dürfe, sei „eher utopisch“, hatte dagegen eine Sprecherin des Münchner Riva Verlags gesagt, in dem die Autobiografie erscheint.
