Lichtenfels-Neukirchen - Ein dramatischer Brand schockt die Menschen in Nordhessen: Vermutlich vier Menschen – darunter zwei Kinder – sind gestorben, als in der Nacht zum Montag ein dreistöckiges Fachwerkhaus in Lichtenfels-Neukirchen niederbrannte. Die Leichen zweier Frauen konnten am späten Nachmittag geborgen werden; die Kinder werden in einem noch nicht zugänglichen Zimmer vermutet. Der Hausbesitzer, der im Erdgeschoss eine Pizzeria betrieb, rettete sich.

„So was Schlimmes hatten wir hier noch nie“, sagt der Bürgermeister. Zwölf Stunden nach dem tödlichen Brand macht sich Gemeindeoberhaupt Uwe Steuber zum dritten Mal auf den Weg nach Neukirchen. Noch immer ziehen Rauchschwaden über das 500-Einwohner-Dorf im Kreis Waldeck-Frankenberg.

Es war zwei Uhr nachts, als Nachbarn den Brand im Gasthaus „Zur Linde“ bemerkten. Das dreistöckige Fachwerkhaus liegt mitten im Ort. „Als die Feuerwehr kam, hat’s schon lichterloh gebrannt“, sagt Polizeisprecher Dirk Virnich. 80 Feuerwehrleute – auch aus anderen Bundesländern – kämpfen drei Stunden gegen die Flammen.

Vor dem Haus findet die Polizei den 38 Jahre alten Wirt und Hausbesitzer. Er sei verwirrt und betrunken gewesen, sagt der Polizeisprecher. Der Mann wird zunächst ins Krankenhaus und dann zur Polizei nach Frankenberg gebracht. Am Nachmittag holen An­gehörige ihn ab. „Der Mann geht davon aus, dass seine Familie zum Brandzeitpunkt im Haus war“, sagt der Polizeisprecher.

In der „Linde“ wohnten laut Polizei außer dem Mann vier weitere Menschen: seine Ehefrau (34), deren Schwester (28) und zwei Kinder – die fünf und zehn Jahre alten Töchter einer dritten Schwester. Sie stammen aus Litauen, der Wirt ist Deutscher.

„Die Familie war sehr gut im Ort integriert“, sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lichtenfels. Die Pizzeria habe immer für die Verpflegung bei Schützenfesten gesorgt. Die beiden Mädchen habe die Familie erst vor kurzem nachgeholt, sie seien in der Schule und im Kindergarten beliebt gewesen.

Die Brandursache ist noch unklar. Die örtliche Kriminalpolizei und das Landeskriminalamt ermitteln.