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Erdbeben Dramatische Suche nach Verschütteten

Denis Düttmann Andrea Sosa Carmen Peña

Mexiko-Stadt - Trümmerhaufen in Mexiko-Stadt, verzweifelt suchen Retter nach Verschütteten: Nach einem heftigen Erdbeben der Stärke 7,1 sind in Mexiko mehr als 220 Menschen ums Leben gekommen. Ausgerechnet am Jahrestag des verheerenden Erdbebens von 1985 bebte die Erde wieder stark – kurz nach der alljährlichen Erbebenübung. Nach Angaben von Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong starben mindestens 226 Menschen. Allein in einer eingestürzten Schule wurden in Mexiko-Stadt mindestens 32 Kinder und fünf Erwachsene getötet. „Dieses Erdbeben ist eine harte Probe und sehr schmerzhaft für unser Land, aber wir Mexikaner haben gelernt, dem mit dem Geist der Solidarität zu antworten“, sagte Staatspräsident Enrique Peña Nieto.

Hier eine Grafik zum Erdbeben in Mexiko.

Kliniken beschädigt

Neben der Hauptstadt waren besonders die Bundesstaaten Morelos und Puebla betroffen, das Zentrum lag rund 130 Kilometer Luftlinie südöstlich von Mexiko-Stadt bei Axochiapan. In Atzala im Bundesstaat Puebla stürzten während einer Taufe das Dach und die Kuppel einer Kirche ein, mindestens elf Menschen wurden hier getötet. Mindestens 700 Menschen wurden durch das Erdbeben verletzt, 400 davon schwer.

Da mehrere Krankenhäuser beschädigt wurden, mussten Verletzte teils unter freiem Himmel von Ärzten notdürftig versorgt werden. Nach Angaben des Energieunternehmens CFE waren 3,8 Millionen Menschen zeitweise ohne Strom, auch das Telefonnetz kollabierte in der Stadt.

Dramatisch war die Lage an der Grundschule „Enrique Rébsamen“ in Mexiko-Stadt. Dort war auch ein Kindergarten untergebracht. Bisher wurden 37 Leichen geborgen. „Wir schätzen, dass noch zwischen 30 und 40 Menschen in den Trümmern gefangen sind. Wir hören aber Stimmen, einige sind noch am Leben“, sagte Marine-Sprecher José Luis Vergara. Weitere 209 Schulen in Mexiko-Stadt wurden geschlossen, 15 davon haben schwere Schäden, sagte Bildungsminister Aurelio Nuño Mayer.

Gefängnisse evakuiert

Ausgerüstet mit Atemmasken, Fahrradhelmen, Spitzhacken und Schaufeln halfen Hunderte Freiwillige in Mexiko-Stadt bei den Rettungsarbeiten mit. Im Licht von Taschenlampen und Scheinwerfern suchten sie auch die ganze Nacht über zwischen den Steinen der zusammengestürzten Gebäude nach möglichen Überlebenden. Auch zwei Gefängnisse im Bundesstaat Puebla mussten evakuiert und Gefangene verlegt werden. Der internationale Flughafen der Hauptstadt stellte den Betrieb ein, über 180 Flüge fielen aus. Betroffen vom Beben war auch das legendäre Azteken-Stadion, durch eine Tribüne zog sich ein breiter Riss.

Präsident Enrique Peña Nieto rief die Bevölkerung dazu auf, die Straßen für Krankenwagen frei zu halten „und die Arbeit der Rettungshelfer zu erleichtern“, wie er in einer Videobotschaft sagte.

In Mexiko-Stadt ist vor allem das Zentrum mit den touristischen Vierteln betroffen. Viele der beschädigten oder eingestürzten Gebäude wurden vor dem Erdbeben 1985 gebaut und entsprachen nicht den später eingeführten strengeren Baunormen. Bei dem schweren Erdbeben vor 32 Jahren am 19. September 1985 waren Tausende Menschen ums Leben gekommen: Die Angaben variieren zwischen 4300 und 10 000, manche Quellen sprechen sogar von 35 000 Toten.

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