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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Schwere Überschwemmungen in Griechenland

15.11.2017

Athen (dpa) - Schwere Regenfälle haben in Griechenland den vierten Tag in Folge erhebliche Schäden angerichtet und mindestens 15 Menschenleben gefordert. Weitere 17 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Unklar war am frühen Mittwochabend, wie viele Menschen noch vermisst werden, teilte der Rettungsdienst mit. Betroffen ist vor allem die Küste im Westen Athens. "Es ist eine Katastrophe, eine Tragödie", sagte der griechische Innenminister Panos Skourletis im Staatsfernsehen ERT.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras ordnete eine Staatstrauer an. Dies sei ein "schwieriger Moment" für sein Land. "Wir werden den Geschädigten beistehen mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen", sagte er in einer Fernsehansprache am Abend, die das griechische Fernsehen ausstrahlte. Die Nationaltrauer wird drei Tage - Donnerstag bis Samstag - dauern, sagte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Autobahn zwischen Athen und der Hafenstadt Korinth musste an zwei Stellen vorübergehend gesperrt werden. Die Feuerwehr rückte mehr als 600 Mal aus, um Menschen zu helfen und Geröll zu beseitigen. Die Urlaubsregion und der Hafen von Nea Peramos waren ein einziges Trümmerfeld. Strandtavernen und Häuser standen unter Wasser. Schwere Schäden und viele Opfer gab es auch in der Region des Dorfes Mandra.

Bäche hatten sich nach mehreren Stunden starken Regenfalls in der Nacht und am frühen Morgen in reißende Ströme verwandelt. Viele Landstraßen wurden zerstört. Geröll, Autos, Kühlschränke, Küchenherde, Möbel, Äste, Baumstämme und Müll versperrten zahlreiche Straßen.

"Ich habe nur meine Kinder gerettet. Alles andere, das ganze Haus, habe ich verloren", sagte eine Anwohnerin der Region im Fernsehen. Rettungsmannschaften holten mit Seilen Menschen aus ihren überschwemmten Häusern und aus ihren in den Wassermassen steckengebliebenen Bussen und Pkw.

Das griechische Wetteramt warnte vor neuen schweren Regenfällen in den kommenden Tagen. Der Grund: Im zentralen Mittelmeer hat sich ein riesiges Tief festgesetzt. Bei ungewöhnlich milden Temperaturen um die 23 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit bewegt es sich nur langsam und verursacht schwere Regenfälle sowie starke Winde in der Region.

Am vorigen Wochenende war ein Tourist auf der Ferieninsel Korfu im Nordwesten Griechenlands nach schweren Regenfällen in seinem Wagen ertrunken. Starke Regenfälle hatten am Dienstag weite Teile der kleinen Insel Symi im Südosten der Ägäis verwüstet.

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