MONTE CARLO - Ihren heutigen Geburtstag verbringt die Monegassin beim Europarat. Dort setzt sie sich gegen Kindesausbeutung ein.
Von Reinolf Reis
MONTE CARLO - Glanz und Elend ihres Lebens füllen die Spalten der Regenbogenpresse seit Jahrzehnten, immer wieder wurde die Öffentlichkeit Zeuge ihrer privaten Tragödien und Momente des Glücks: Heute wird Monacos Prinzessin Caroline (Bild) 50 Jahre alt.Allzu lange innehalten wird sie wohl nicht. Die älteste Tochter von Fürst Rainier III. und Hollywood-Diva Grace Kelly, die sich seit ihrer Hochzeit mit Welfenprinz Ernst-August von Hannover wie dieser „Königliche Hoheit“ nennen lässt, wird an ihrem Geburtstag im Europarat erwartet. In Straßburg will die vierfache Mutter gegen die Ausbeutung von Kindern mobil machen.
Mit derartigen Auftritten spielt Caroline ihre Rolle als First Lady von Monaco. Ihr ein Jahr jüngerer Bruder Fürst Albert II. ist immer noch Junggeselle, und eine andere Landesmutter hat das Fürstentum seit bald einem Vierteljahrhundert nicht: Die als Gracia Patricia verehrte Grace Kelly starb 1992 bei einem Autounfall an der Côte d’Azur.
Dramen wie diese weckten bei vielen den Eindruck, auf den Grimaldis und speziell auf der schönen Caroline laste ein Fluch. 1990 verlor sie ihren zweiten Mann Stefano Casiraghi, als der bei einem Motorbootrennen tödlich verunglückte. Und im April 2005 starb ihr Vater Rainier just, als Carolines dritter Mann Ernst-August lebensgefährlich erkrankt auf der Intensivstation lag. Damals stand die oft bedrückt wirkende Prinzessin laut Vertrauten am Rande des Zusammenbruchs.
Dabei schien ihr einst ein sorgloses Dasein wie im Märchen vorherbestimmt: In der Erbmonarchie des winzigen Staates an der Côte d’Azur lastete die Bürde der Thronfolge nicht auf ihr, sondern auf ihrem Bruder. Sie besuchte das katholische Internat St Mary’s School in Ascot und hatte mit 17 ein britisches und ein französisches Abitur in der Tasche. An der Pariser Sorbonne absolvierte Caroline ein Philosophie-Studium, auf das ihr offizieller Lebenslauf stolz verweist.
Die erste ihrer Ehen fehlt hingegen in dem Werdegang, den der Grimaldi-Palast verbreitet. Als 21-Jährige heiratete Caroline 1978 den 17 Jahre älteren französischen Playboy Philippe Junot. Die Ehe wurde 1980 geschieden und 1992 vom Vatikan annulliert.
Wie Balsam in den Prüfungen ihres Lebens wirken die Kinder. Die drei „Großen“ folgen in der monegassischen Thronfolge derzeit auf Caroline. Nesthäkchen ist Prinzessin Alexandra, Carolines 1999 geborenes Kind mit Ernst-August.
Mit den Medien verbindet Caroline eine Art Hassliebe: Einerseits ist ihr kleines Monaco auf die Image-Werbung angewiesen. Andererseits fühlt sie sich oft angegriffen und geht vor Gericht. Allein 1998 erstritt die Prinzessin laut Experten ca. 600 000 Euro Schadenersatz.
