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Wetter Viele Tote nach Flutkatastrophe

Wolfgang Jung

MOSKAU - Der Tod kam in der Nacht: Die schwerste Flutkatastrophe in der jüngeren Geschichte Russlands hat mehr als 170 Menschen das Leben gekostet. Meterhohe Wellen und Schlammlawinen überraschten nach zweitägigem Dauerregen die Menschen am Schwarzen Meer im Schlaf. Kremlchef Wladimir Putin forderte bei einem Blitzbesuch am Ort der Tragödie rund 1200 Kilometer südlich von Moskau eine Untersuchung. Es soll geklärt werden, ob die Bevölkerung in der Ferienregion Krasnodar früh genug gewarnt worden sei. Zudem prüfen Ermittler, ob abgelassenes Wasser aus einem nahen Stausee zu den verheerenden Überschwemmungen beigetragen hat.

„An eine solche Katastrophe kann sich hier niemand erinnern“, sagte Gebietsgouverneur Alexander Tkatschow sichtlich erschüttert im Staatsfernsehen. Er gab die Zahl der Toten am Sonntagabend mit mindestens 171 an. Putin verhängte für diesen Montag landesweite Staatstrauer und versprach den Betroffenen neue Häuser sowie Finanzhilfen von umgerechnet 50 000 Euro.

Allein im Bezirk Krimsk rund 300 Kilometer nördlich von Sotschi, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden, seien etwa 140 Menschen ertrunken, hieß es. Mindestens zwei Menschen starben in Russlands größtem Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk, der wegen des massiven Sturms den Betrieb einschränken musste. Neun Touristen kamen im Küstenort Gelendschik ums Leben, fünf erlitten Stromschläge. Rund 1500 Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. Die Polizei nahm erste Plünderer fest. Augenzeugen berichteten von rund sieben Meter hohen Wellen, die in die Orte hineingeschossen seien.

Binnen weniger Stunden verloren Tausende Bewohner ihr gesamtes Hab und Gut.

Bewohner der Region warfen den Behörden vor, die Schleusen eines nahen Stausees geöffnet und damit das Hochwasser mitverursacht zu haben. Ermittler sagten, dies sei aber nicht der Grund für die Überschwemmungen gewesen.

In Deutschland

sind bei Unwettern in den vergangenen Tagen vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei von ihnen wurden von Blitzen getötet. Keller standen unter Wasser, Straßen waren überflutet, viele Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

In Sachsen

starben drei Menschen in Gewittern. Ein Blitz tötete einen 64-jährigen Mann am Sonnabend im ostsächsischen Neusalza-Spremberg. Er schlug nach Polizeiangaben vom Sonntag in eine Eiche ein. Das Wellblechdach eines Carports neben dem Baum leitete den Blitz auf den Mann ab, der unter dem Dach stand. Am Vortag starb ein neunjähriges Mädchen in Heidenau bei Dresden, das an einer Birke vorbei gelaufen war als dort ein Blitz einschlug und auf das Kind überging. In Laußnitz war ein Baum auf das Auto eines 23-Jährigen gestürzt und hatte diesen getötet.

Ein morscher Baum

tötete in Lüneburg am Freitagabend eine Radfahrerin. Im bayrischen Raisting schleuderte ein Sturm ein 30 mal 10 Meter großes Festzelt etwa 20 Meter weit. Vier Menschen wurden verletzt. Im Berchtesgadener Land streifte ein Blitz 15 Bergsteiger und verletzte sie.
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