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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Erkrankung: Er nimmt den Krebs als Geschenk an

21.10.2020

München Für die meisten ist es eine Schocknachricht, für Rainer Langhans ein „Geschenk“: Der 80 Jahre alte Ex-Kommunarde weiß seit einigen Wochen, dass er schwer und wohl unheilbar an Krebs erkrankt ist – Prostatakrebs.

Doch Langhans wäre nicht Langhans, wenn er mit dem Schicksal haderte. „Ich bin bester Stimmung“, sagt er am Dienstag in München, nachdem er gerade von seinem Arzt nach Hause gekommen ist. „Ich fühle mich gesünder werdend und möchte dieses Geschenk freudig und liebend annehmen.“

„Krebs bietet Krieg an“

Sein Leben lang habe er sich gegen Krieg ausgesprochen – „da möchte ich angesichts eines so bösartigen Angriffs schauen, ob ich noch immer lieben kann“. Der Krebs biete Krieg an, sagt er. Doch den bekommt er von dem erklärten Pazifisten Langhans nicht.

„Diese Einstellungsfrage ist ganz wichtig dabei“, betont der Alt-68er, der APO-Opa, der einst die sexuelle Revolution proklamierte, das Establishment mit freizügigen Posen schockte und mit dem schönen Fotomodell Uschi Obermaier liiert war – und sich heute auf eher spirituellen Wegen befindet. „Auf einer Reise ins Innere“, wie er sagt. Den Krebs, davon ist er überzeugt, habe ihm „mein Meister“ geschickt – als „Liebesgabe“ – damit er auf diesem Weg noch schneller vorankommt und „das Sterben üben, das Sterben lernen“ könne.

Wie geht man damit um?

Eine der Frauen, mit denen Langhans über Jahrzehnte zusammenlebte, Jutta Winkelmann, starb vor drei Jahren an Krebs. Langhans hat sie auf ihrem Leidensweg eng begleitet. Darum falle es ihm jetzt auch leichter, sein Schicksal anzunehmen, sagt er – „weil ich mit ihr davor diese ganzen Fragen schon gestellt habe: Wie geht man damit um? Wie geht man mit Schmerzen um? Das habe ich da schonmal beispielhaft gesehen. Wenn das so völlig aus heiterem Himmel gekommen wäre, würde es mir wahrscheinlich schwerer fallen“. Seine eigenen Beschwerden hielt er zuerst für die klassischen Leiden älterer Männer, sagt Langhans am Dienstag. „In meinem Alter scheint das weit verbreitet zu sein: die üblichen Probleme – dass es nicht so ohne Weiteres mehr fließt“. Dass die Ursache ein Tumor war, merkte er erst, als er „wahnsinnige Schmerzen“ und Panik bekam. Dann ging er zum Arzt. Dieser habe ganz klar gesagt: „Heilen sowieso nicht“ – schon gar nicht bei einem so aggressiven Krebs. An diesem Freitag werde sich bei einer weiteren Untersuchung zeigen, ob der Krebs schon gestreut und Metastasen gebildet hat. „Und dann wird Schritt für Schritt geschaut, was man da machen kann“, sagte er. „Letztlich ist das alles aber nur noch palliativ.“ Aber: „Das kann noch sehr lange dauern und in der Zeit ist die Lebensqualität hoch.“

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