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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Ex-Kapitän teilt gegen „Traumschiff“ aus

11.10.2019

München Sascha Hehn hatte einen ziemlich guten „Rentner-Job“: Auf einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff herumtuckern – und auch noch dafür bezahlt werden. „Das ist doch der Rentner-Job schlechthin“, sagte Hehn, nachdem bekannt wurde, dass er die Nachfolge von Siegfried Rauch als Kapitän auf dem ZDF-„Traumschiff“ übernehmen sollte. „Andere gewinnen im Lotto, und ich darf um die Welt reisen.“ Und: „Wenn ich das 15 Jahre mache, bin ich Mitte 70.“

15 Jahre hat er nicht geschafft. Im vergangenen Jahr nahm Hehn seine Kapitänsmütze und Abschied von der Kultserie. Die habe ihren Charme nämlich verloren – er wolle seinen aber noch ein bisschen behalten, begründete er das damals. „Wir bedauern Sascha Hehns Ausstieg beim ,Traumschiff‘ und danken ihm für die erfolgreiche Zusammenarbeit“, teilte das ZDF dazu mit. Sein Nachfolger wird Florian Silbereisen. Und Hehn kommt jetzt ohne seinen „Rentner-Job“ ins Rentenalter. An diesem Freitag wird er 65 Jahre alt – und pfeift auf Diplomatie.

„Es ist ja immer die Frage, was ist Diplomatie? Ist es die Kunst, jemanden so zur Hölle zu schicken, dass er sich auf die Reise freut? Es hat doch viel mit Eitelkeiten zu tun, und davon habe ich mich fast befreit“, sagt er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in München. „Wenn man beim ZDF drei Intendanten und vier Programmdirektoren erlebt hat, dann wird man schmerzfrei.“

Und dann beweist er auch gleich, was es für ihn bedeutet, nicht mehr diplomatisch zu sein: „Zuletzt war es so, dass einfach alte Geschichten wiederholt wurden. Nach dem Motto: Der Zuschauer merkt das ja sowieso nicht. Und die Regie war verdammt, Fließbandarbeit abzufotografieren“, sagt er zu den „Traumschiff“-Dreharbeiten. „Zum Schluss wurden auch die dramaturgischen Fehler unerträglich. Bei der Summe Geld, die da zur Verfügung steht, ist mir das alles unbegreiflich.“

Dabei war die Kapitänsrolle wohl so etwas wie der – zumindest vorläufige – Höhepunkt einer langen Fernseh-Karriere, die vor vielen Jahrzehnten begann: Wenn Hehn vor inzwischen schon mehr als 30 Jahren mit Anlauf ins weiße Golf-Cabrio sprang, dann jauchzten die Damen vor dem Fernseher auf – weiße Socken in schwarzen Schuhen hin oder her.

Lange vor George Clooney in „Emergency Room“ oder „McDreamy“ und „McSexy“ in „Grey’s Anatomy“ war Hehn als Dr. Udo Brinkmann in der Kultserie „Schwarzwaldklinik“ für das deutsche Fernsehpublikum als Jungmediziner ein junger Gott in Weiß. Noch aufregender wurde es nur im „Traumschiff“, wenn Hehn als Steward Victor oben ohne und in knapper Badehose an Südseestränden spazierte.

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