MüNCHEN - Nach seiner Verhaftung hat sich der mutmaßliche Erpresser der BMW- und Altana-Großaktionärin Susanne Klatten erstmals öffentlich geäußert. Dabei kündigte Helg Sgarbi (Bild) eine mögliche Aussage in dem bevorstehenden Prozess an. Er werde sich bei der Verhandlung „gegebenenfalls noch umfassend“ äußern, sagte der Schweizer in einem Interview. Zu den Vorwürfen selbst sagte er nichts.
Gegen den 43-jährigen Schweizer wird wegen Betrugs und Erpressung ermittelt.
Susanne Klatten hatte im Januar 2008 Strafanzeige wegen Betrugs und Erpressung bei der Staatsanwaltschaft München gestellt. Die verheiratete Milliardärin, Mutter dreier Kinder, soll laut italienischen Zeitungen mit kompromittierenden Aufnahmen von ihren Treffen mit Sgarbi in Hotels erpresst worden sein. Die Aufnahmen habe der italienische Sektenguru Barretta von benachbarten Zimmern aus gemacht. Etwa 7,5 Millionen Euro habe der Schweizer von der wohl reichsten Frau Deutschlands zuvor mit Lügengeschichten ergaunert.
Einem weiteren Medienbericht zufolge soll Sgarbi sein Opfer in der Weihnachtszeit 2007 mit einem Brief unter Druck gesetzt haben. Dieses Schreiben soll er mit „Dein sanfter Krieger“ unterschrieben und „2 x seven up“ – offenbar 14 Millionen Euro – gefordert haben. Das Magazin beruft sich dabei auf Ermittlungen des LKA. Sgarbi soll in dem Brief gedroht haben, er habe im Gegensatz zur Quandt-Erbin nichts zu verlieren. Als „endgültiges Ultimatum“ für die Geldübergabe nannte er den 15. Januar 2008. Am 14. Januar wurde er verhaftet.
Sgarbis Züricher Anwalt Till Gontersweiler sagte, sein Mandant habe Suanne Klatten nicht arglistig getäuscht. Er habe kein Geld gefordert, sie habe ihm die Millionen freiwillig gegeben. Medienberichten zufolge soll Sgarbi auch Kontakt zur Ehefrau von Titelhändler Konsul Hans-Hermann Weyer gehabt haben.
Gegen Sgarbi wird nach Einschätzung der Münchner Staatsanwaltschaft noch in diesem Jahr Anklage erhoben. Der Prozess könnte im März beginnen.
