MüNCHEN/WIEN/GENF - MÜNCHEN/WIEN/GENF/DPA - Neue Ängste vor der Flut in Bayern, Aufatmen in der Schweiz und Österreich: Nach dem Abklingen der verheerenden Überschwemmungen am Alpenrand ist die Bedrohung durch die Wassermassen in anderen Teilen Bayerns am Donnerstag gewachsen.
Anrainer von Isar und Donau kämpften weiter gegen das Hochwasser, Helfer versuchten, Dämme abzudichten. Für die Region um das weltberühmte Kloster Weltenburg bei Kelheim gaben die Behörden Katastrophenalarm. In Regensburg wurden Uferstraßen überflutet.
Dagegen entspannte sich die Lage in Österreich und der Schweiz.
Vielerorts begannen schwierige Aufräumarbeiten. Mindestens neun Menschen kamen in der Katastrophenregion ums Leben. Die Schäden gehen in die Millionen.
In Österreich konnten rund 1000 Urlauber, darunter hunderte Deutsche, den Ferienort Lech am Arlberg über eine provisorisch reparierte Straße verlassen. Sie waren zwei Tage lang vom Hochwasser eingeschlossen. An etlichen anderen Orten wurden Einheimische und Touristen weiter per Luftbrücke versorgt: Hubschrauber brachten Lebensmittel, Medikamente, Notstromaggregate und Satellitentelefone.
Besonders betroffen waren das Paznauntal und die Urlaubsorte Ischgl, Galtür und Kappl.
Bei der Fluttragödie starben in Österreich und in der Schweiz in den vergangenen Tagen jeweils vier Menschen, in Bayern kam ein Mann bei einer Schlauchbootfahrt ums Leben. Zwei Schweizer wurden am Donnerstag weiter vermisst.
In fünf bayerischen Landkreisen sowie in Ingolstadt galt weiter Katastrophenalarm. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt wurden in Kelheim bis zum Abend Pegelstände der Donau von bis zu 7,30 Metern
erwartet. Die Behörden fürchteten, dass das Wasser in die Kirche von Kloster Weltenburg eindringen könnte. Dort hatte Hochwasser schon in der Vergangenheit schwere Schäden angerichtet.
Im Landkreis Erding an der Isar kämpften Einsatzkräfte gegen drohende Dammbrüche. Es sei das schwerste Hochwasser seit mindestens 40 Jahren, hieß es. Auch in Neustadt an der Donau drohte ein Deich zu brechen. Der Scheitel der Hochwasserwelle auf der Donau wurde Freitagabend erwartet.
