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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Bischof Genn versetzt Pfarrer in sofortigen Ruhestand

11.07.2019

Münster Nach dem Eklat um eine Predigt zum Thema Missbrauch hat der Bischof von Münster einen Pfarrer in den sofortigen Ruhestand versetzt und ihm die Bezüge gekürzt. Er habe Pfarrer Ulrich Zurkuhlen „jeglichen Dienst als Seelsorger untersagt, die öffentliche Zelebration und Predigt“, teilte Bischof Felix Genn am Mittwoch in Münster mit. „Außerdem wurde ihm die Beichtvollmacht entzogen.“

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Zukuhlen sei es verboten, sich weiterhin zur Sache zu äußern, so Genn weiter. Er erwarte „eine glaubhafte schriftliche Entschuldigung gegenüber den Betroffenen, gegenüber der Gemeinde, den Kolleginnen und Kollegen, gegenüber allen Menschen, die er verletzt hat“.

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Der 79-jährige Pfarrer Zurkuhlen hatte in einer Predigt in Münster Vergebung für Priester gefordert, die Minderjährige sexuell missbraucht haben. Daraufhin hatten Gläubige protestiert und den Gottesdienst verlassen. Im Nachgang hatte Zurkuhlen im Internet Unverständnis über die Kritik geäußert. In Interviews sagte er über Missbrauchsopfer, er wundere sich, „dass sie so lange damit gewartet haben“. Er fragte zudem: „Wenn Kinder wirklich so etwas Schreckliches erlebt haben bei einem Jugendkaplan, warum gingen sie immer wieder dahin, hinterher?“ Mit Blick auf den sexuellen Missbrauch vertrete er die Auffassung, „dass es vielleicht nicht so tragisch für die Kinder war“.

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Mit der Anspielung auf den „Jugendkaplan“ bezog sich Zurkuhlen offensichtlich auf den Fall des Kaplans Heinz Pottbäcker, der jahrzehntelang Dutzende von Kindern missbraucht hatte. Möglich war das auch deshalb, weil die Kirche Pottbäcker nach Strafanzeigen und sogar nach Urteilen nicht aus dem Dienst entließ, sondern immer wieder in andere Kirchengemeinden versetzte.

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Bischof Genn sagte, ihn machten solche Aussagen „fassungslos“. „Mit diesen Äußerungen verhöhnt der Priester die Opfer – er schlägt ihnen mitten ins Gesicht.“

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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