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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Verbrechen In Schleswig-Holstein: Mutmaßlicher Mörder nach 34 Jahren überführt

22.07.2016

Flensburg Mehr als drei Jahrzehnte nach dem gewaltsamen Tod einer Frau aus Schleswig-Holstein hat die Polizei einen 51 Jahre alten Mann unter Mordverdacht verhaftet. „Vergangenen Donnerstag hat er in seinem Umfeld eine Nachricht verschickt, aus der hervorging, dass er möglicherweise für das Delikt verantwortlich ist“, sagte am Donnerstag in Flensburg Kriminalhauptkommissarin Susanne Jager, die den Fall bei der Mordkommission bearbeitet hatte. Der Mann - damals 17 Jahre alt - gestand die Tat.

Polizisten stellten den berufstätigen Familienvater, der in Ostholstein lebt, vergangenen Donnerstag in den späten Abendstunden in Saarbrücken. Wenige Tage zuvor hatte die Flensburger Polizei ihn per Telefon zu einem freiwilligen DNA-Test aufgefordert, dem er dann aber nicht nachkam. Die Polizei vermutet, der Mann habe womöglich Richtung Frankreich fliehen wollen. In der Handy-Nachricht schrieb er auch, er wolle sich das Leben nehmen.

Der Verdächtige gab nach seiner Festnahme zu, die 73 Jahre alte Frau im Juni 1982 in ihrer Schleswiger Wohnung ausgeraubt und erstickt zu haben. Der Mann konnte mit einer Sperma-Spur überführt werden, er stritt ein Sexualdelikt aber ab.

Seit 2012 hatten die Ermittler wieder intensiver an dem ungeklärten Raubmord gearbeitet. Damals gelang es ihnen, die am Tatort sichergestellte DNA zu entschlüsseln. 2013 folgte ein Massen-Gentest, an dem sich mehr als 700 meist inzwischen ergraute Männer beteiligten. Insgesamt sammelte die Polizei 1217 DNA-Profile. Öffentlich hatten die Ermittler zuletzt 2014 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ nach Hinweisen gefahndet, 1500 Euro Belohnung wurden ausgelobt.

„Wir waren uns sicher, dass wir mit der DNA den Fall irgendwann aufklären können“, sagte Ulf Petersen, Leiter der Mordkommission Flensburg. Es kamen aktuellere Fälle, die Spurensuche war aufwendig. Durch weitere Zeugenaussagen geriet schließlich auch der nun gestellte Verdächtige ins Visier. „Der aktuelle Wohnort war nicht so einfach zu ermitteln“, berichtete Polizistin Jager, dabei habe der damals drogenabhängige Jugendliche bis 1980 sogar im gleichen Haus wie sein späteres Opfer gewohnt. Meldedaten von damals sind oft noch nicht digitalisiert.

„Es ist ein äußerst ungewöhnlicher Fall“, sagte Ulrike Stahlmann-Liebelt von der Staatsanwaltschaft Flensburg. Sie beantragte Haftbefehl wegen Mordes. Motive der Tat seien Habgier und Verdecken einer Straftat. Dass nach so langer Zeit ein mutmaßlicher Täter gefasst werden konnte, habe sie noch nicht erlebt. „Für solche Momente sind wir Polizisten geworden“, sagte Mathias Engelmann, Leiter der Bezirkskriminalinspektion Flensburg.

Bei seiner Vernehmung durch die Polizei sagte der frühere Nachbar der älteren Frau nun aus, er habe bei ihr geklingelt, womöglich um zu telefonieren. Sie habe ihn reingelassen - und ihn anschließend erwischt, wie er ihre Schränke durchwühlte. Daraufhin habe er die Rentnerin getötet.

Obwohl der Verdächtige bereits älter als 50 ist, will die Staatsanwaltschaft nun vor dem Jugendgericht Anklage erheben. Da er zum Tatzeitpunkt noch minderjährig war, drohen ihm bei einer Verurteilung wegen Mordes höchstens 10 Jahre Gefängnis.

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