Hannover - Ein Jahr nach den tödlichen Schüssen auf eine 21-Jährige bei einer kurdischen Hochzeitsfeier in Hannover fehlt von dem mutmaßlichen Mörder weiter jede Spur. Nach dem 23 Jahre alten Cousin, der aus enttäuschter Liebe zur Waffe gegriffen haben soll, werde mit internationalem Haftbefehl gefahndet, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, Kathrin Söfker. Vieles deutet darauf hin, dass er sich unmittelbar nach der Bluttat ins Ausland abgesetzt hat. Die Spur seiner Flucht verlor sich in Italien.

Die 21-Jährige und der Schütze gehörten am 13. März letzten Jahres zu den Gästen einer Hochzeitsfeier in einer Veranstaltungshalle in Hannover. Während der laufenden Feier ging der Schütze auf die Frau zu und streckte sie mit mehreren Schüssen nieder. Zu dem Zeitpunkt waren noch etwa 300 Frauen und Männer auf der Party. In den sozialen Medien sprach der Vater der 21-Jährigen später von einer geplanten Zwangsheirat und erhob schwere Vorwürfe gegen seine eigenen Brüder. Seine Tochter habe sich gegen die Verbindung mit ihrem Cousin gewehrt und sei „Opfer eines heimtückischen Verrats und Brauches“ geworden.

Die 21-Jährige hatte an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst HAWK im südniedersächsischen Holzminden studiert. Die Studenten hatten damals sehr betroffen reagiert.