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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Joachim Witt: Der "Goldene Reiter" wird 70

21.02.2019

Hamburg (dpa) - Joachim Witt sang sich mit dem "Goldenen Reiter" in die Hitparaden der 80er Jahre und wurde so ein Star der Neuen Deutschen Welle (NDW). Erst fast 20 Jahre später landete der deutsche Musiker mit "Die Flut" wieder einen Charthit, bevor es erneut ruhiger um ihn wurde.

Mittlerweile hat der Hamburger sich und seine musikalische Heimat gefunden. Am Freitag (22. Februar) wird der Sänger mit dem weißen Rauschebart 70 Jahre alt - und freut sich zum ersten Mal seit langem sogar auf seinen Ehrentag.

Witt hat sich und seine Musik im Laufe seines 45-jährigen Musikerlebens immer wieder neu erfunden. Dabei habe ihn auch "die Angst vor der Wiederholung" angetrieben. Belangloses, Oberflächliches, Wiederholung - das kam für ihn nicht in Frage. "Da mache ich dann lieber Pause", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Über diese unkreative Zeit habe ihn der Fall der Mauer gerettet, erinnert sich der Hamburger. Nach der Wende konnte Witt nun auch dort auftreten. "Ich wusste, dass der 'Goldene Reiter' dort eine ikonenhafte Wirkung hatte. Und die haben sich wahnsinnig darüber gefreut, dass man dort auftrat."

Im Laufe der folgenden Jahre hat Witt viel ausprobiert. Ob Rock, Pop, Dark Wave, Gothic, NDW oder Neue Deutsche Härte - Witt hat deshalb Fans in allen Strömungen und mehreren Generationen. Insgesamt 16 Alben veröffentlichte Witt seit 1980. Etwa zwei Millionen Tonträger hat er seiner Agentur zufolge verkauft. Zwischenzeitlich hatte ihn das sogar zum Millionär gemacht, sagt Witt dazu. "Das ist nicht die momentane Situation. Aber ich komme gut zurecht."

Seine meist tiefgründigen Lieder kommen oft mit Wucht, Pathos und Melancholie daher. Er verarbeitet darin seine Sicht auf die Gesellschaft, seine Beziehungen, seine Gedanken. Seine Werke seien für ihn immer auch "ein Stück weit Selbsttherapie" gewesen. "Mir hat meine Musik selbst auch immer geholfen dabei, aus diesen Tiefs herauszukommen."

In der Hoffnung auf mehr Anerkennung ließ sich der Norddeutsche 2016 zudem auf ein weniger musikalisches Wagnis ein: den Einzug ins Promi-Big-Brother-Haus. Dort sang er im Kakerlaken-Kostüm den "Reiter". Seine Bilanz drei Jahre später: "Ich würde so etwas nie nochmal machen. Horror!".

Als seinen größten Erfolg bezeichnet Witt übrigens nicht etwa eines seiner Lieder, sondern ein Schwimmabzeichen: "Der Freischwimmer beim Bundesgrenzschutz", sagt Witt, der gern aufs Meer schaut, aber ungern darin schwimmt. "Ich hatte immer so eine Angst vor Wasser. Und dort wurde ich ja richtig ins Wasser getrieben. Deshalb kam es zu diesem Erfolg."

Zwei kleine Enkelkinder hat "Opi" Witt, der in Potsdam wohnt und deshalb regelmäßig nach Hamburg zu seinen beiden Kindern und seiner Frau pendelt. Konkrete Wünsche hat der Musiker und Produzent zu seinem "Runden" nicht. Aber er würde gern mehr reisen und sich einen Winterwohnsitz im Süden gönnen, zum Beispiel auf den Kanaren. "Irgendwie und irgendwann mache ich das auch!"

In den musikalischen Ruhestand will Witt noch lange nicht gehen. "Es ist für mich keine Option, solange ich beweglich bin, mich gut geistig und körperlich bewegen kann." Pünktlich zum 70. veröffentlicht Witt sein neues Album "Refugium". Dafür hat er die Höhepunkte seines musikalischen Schaffens neu arrangiert und mit einem Orchester aufgenommen. Auf Tour geht er damit Ende April.

Vorher aber wird in Hamburg Geburtstag gefeiert. "Im relativ kleinen Rahmen. Mit ein bisschen Lounge-Musik." Der 70. sei ja doch ein besonderes Datum. Sonst habe er sich nicht so auf seine Geburtstage gefreut. "Aber diesmal irgendwie doch."

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