Neu Delhi - Sie wurden in den frühen Morgenstunden vom Feuer überrascht: Bei einem Brand in einer indischen Fabrik sind nach Behördenangaben 43 Menschen ums Leben gekommen. Zudem mussten mehr als ein Dutzend Verletzte in Krankenhäusern behandelt werden, die meisten von ihnen mit Rauchgasvergiftungen, wie ein Feuerwehrsprecher am Sonntag sagte. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Arbeiter, die auf verschiedenen Stockwerken des Fabrikgebäudes geschlafen hatten.
Das Feuer war in einem dicht besiedelten Viertel der Millionenmetropole Neu Delhi ausgebrochen. Die meisten Toten und Verletzten waren Wanderarbeiter aus den ärmeren indischen Bundesstaaten Bihar and Uttar Pradesh. Der Besitzer und der Manager der Fabrik wurden laut Polizei am Sonntag festgenommen. Dem Besitzer wird vorgeworfen, den Tod der Opfer fahrlässig verursacht zu haben.
Nach ersten Erkenntnissen könnte ein Kurzschluss das Feuer ausgelöst haben. Laut Feuerwehr hatte das Gebäude nicht die nötigen Brandschutz-Genehmigungen. Die Rettungsarbeiten wurden auch dadurch erschwert, dass die Fabrik in einer engen Straße steht.
In dem Fabrikgebäude, in dem viele kleinere Werkstätten angesiedelt waren, wurden laut Feuerwehr Schultaschen und andere Plastikartikel hergestellt. Für welche Abnehmer die Produkte produziert wurden, konnte die Polizei zunächst noch nicht sagen. Dies sei Teil weiterer Untersuchungen. Im Gebäude habe es leicht brennbares Plastik und Papier gegeben, wodurch viele giftige Gase entstanden seien.
Laut der Nachrichtenagentur ANI waren rund 30 Löschfahrzeuge der Feuerwehr im Einsatz. Nach Angaben der Rettungskräfte konnten die Flammen gelöscht werden, die Bergungsarbeiten liefen aber weiter, da in dem verrußten Gebäude noch weitere Opfer vermutet wurden.
Unfälle und Brände in indischen Fabriken gibt es immer wieder, da Sicherheitsstandards häufig missachtet werden. Erst im September kamen bei mehreren Explosionen in einer Chemiefabrik im Westen des Landes mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben.
