NEURUPPIN - NEURUPPIN/DPA - Rund 2000 Neuruppiner haben sich am Sonntag als mögliche Knochenmarkspender für den sieben Monate alten Jungen Corven testen lassen. Im Hauptgebäude der Ruppiner Kliniken in der Fontanestadt nahmen die Freiwilligen zum Teil lange Wartezeiten in Kauf, um sich fünf Milliliter Blut für die Untersuchung abnehmen zu lassen. Corven leidet am Wiskott-Aldrich-Syndrom, einem äußerst seltenen Immundefekt. Er ist Krankheitserregern wehrlos ausgesetzt. Sein Körper kann Bakterien und Viren kaum abtöten.

Menschen mit dem Syndrom leiden oft an Lungen- und Hirnhautentzündungen, Blutvergiftung, Virusinfektionen und Pilzerkrankungen. Zudem ist die Blutgerinnung stark eingeschränkt, kleinste Verletzungen können zu unkontrollierten Blutungen werden. Bleibt das Wiskott-Aldrich-Syndrom unbehandelt, werden die Kinder selten älter als zehn Jahre. Die Schirmherrschaft für den Aktionstag hatte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) übernommen.

Bis zum späten Nachmittag drängelten sich die vielen Freiwilligen in langen Schlangen. Wie am Fließband nahmen Pfleger, Krankenschwestern und Ärzte die Blutproben ab. Sogar Mütter mit ihren Kleinstkindern kamen. „Unter uns Müttern muss einfach Solidarität herrschen“, sagte Astrid Ebert. Corvens Mutter, Christin Eichler, zeigte sich von so viel Hilfsbereitschaft überwältigt.