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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Cynthia Nixon will New York regieren

13.09.2018

New York „Ich bin eine Miranda, und ich wähle Cyn­thia“ steht auf den T-Shirts ihrer Unterstützerinnen: Fast 15 Jahre nach dem Ende der Erfolgsserie „Sex and the City“ will Cyn­thia Nixon (52), die darin die Karriere-Anwältin Miranda Hobbes gespielt hat, Gouverneurin von New York werden. An diesem Donnerstag tritt sie gegen Amtsinhaber Andrew Cuomo (60) in der Vorwahl um die Kandidatur für die demokratische Partei an. Die Wahl selbst ist für den 6. November angesetzt.

„Was es bedeutet, 2018 eine ,Miranda‘ zu sein? Es bedeutet, dass man sich und sein Leben definiert, dass man zu dem steht, was richtig ist, und dass man andere Frauen unterstützt“, sagt Nixon. „Für mich bedeutet es, meine Leidenschaft für Gerechtigkeit überall – vor allem in der Bildung und bei der Reform des Strafjustizsystems – zu nutzen, um New York zu einem besseren Ort für alle zu machen.“

Der Wechsel von der Schauspielerei oder auch aus dem Musik-Business in hohe politische Ämter ist in den USA nicht unüblich. Bekanntestes Beispiel ist US-Präsident Ronald Reagan (Amtszeit 1981-1989), der vor seiner politischen Laufbahn beim Studio Warner Bros unter Vertrag stand und in Dutzenden Filmen und TV-Serien mitspielte. Kaliforniens früherer Gouverneur Arnold Schwarzenegger (2003-2011) spielte etwa in den „Terminator“-Filmen mit. Popsänger Sonny Bono (1935-1998) wurde erst Bürgermeister von Palm Springs in Kalifornien und 1994 ins US-Repräsentantenhaus gewählt. Filmstar Shirley Temple (1928-2014) scheiterte 1967 mit einer Kongresskandidatur, bekam danach aber einen Botschafter-Posten. Ihr Kollege Clint Eastwood war in den 90er Jahren zwei Jahre Bürgermeister des kalifornischen Küstenstädtchens Carmel. Auch der derzeitige US-Präsident Donald Trump hat mit der TV-Show „The Celebrity Apprentice“ vor seiner Politik-Karriere Kamera-Erfahrung gesammelt.

Der Vorteil: Wer sich am Filmset gut vor der Kamera macht, gibt oft auch vor Presse und Publikum eine gute Figur ab. Der Nachteil: Mangelnde Politik-Erfahrung und ein bereits existierendes Bildschirm-Image, das vielleicht nicht unbedingt der Realität entspricht und vielleicht auch nicht von allen gemocht wird.

Cynthia Nixon war schon lange vor „Sex and the City“ in der Branche erfolgreich. Bei ihrem ersten Kinofilm „Kleine Biester“ war sie gerade einmal 14 Jahre alt. Die Rolle der Miranda Hobbes machte sie dann zum Weltstar, danach zog sie sich hauptsächlich ans Theater zurück. Nixon, die an der noblen New Yorker Upper West Side lebt, hat zwei Kinder aus einer früheren Beziehung mit ihrem Studienkollegen Danny Mozes. Sie ist seit 2012 mit der Aktivistin Christine Marinoni verheiratet, das Paar hat einen Sohn.

Aber: „New Yorker sind keine Kalifornier – wir sehen Bekanntheit nicht als Qualifikation für ein politisches Amt an“, sagte die Politikwissenschaftlerin Ester Fuchs von der Columbia Universität. „Die Menschen in dieser Stadt lassen sich von Berühmtheit nicht so blenden.“

Mit Amtsinhaber Andrew Cuomo hat Nixon zudem einen starken Gegenkandidaten. Er ist beliebt, hat die Unterstützung großer Geldgeber und Verbände und lag bislang in allen Umfragen deutlich vor der Schauspielerin. „Meine Gegnerin lebt in der Welt der Fiktion, ich lebe in der Welt der Fakten“, sagte er.

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