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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Urteil in New York: Jury spricht R. Kelly in Prozess um sexuellen Missbrauch schuldig

29.09.2021

New York Der frühere R&B-Superstar R. Kelly ist in einem Prozess um sexuellen Missbrauch schuldig gesprochen worden. Der mit dem Song „I Believe I Can Fly“ zu Weltruhm gelangte US-Sänger nahm den Schuldspruch am Montag reglos und mit gesenktem Blick zur Kenntnis. Die Jury aus sieben Männern und fünf Frauen hatte zwei Tage beraten.

Kelly wird vorgeworfen, Frauen, Mädchen und Jungen missbraucht und ausgebeutet zu haben. Er hat die Anklage zurückgewiesen, sagte im Prozess aber nicht aus und entzog sich damit einem womöglich harten Kreuzverhör.

Anklagevertreterin Elizabeth Geddes sagte, ihre Behörde habe bewiesen, dass Kelly jahrelang enge Vertraute benutzt habe, um Mädchen, Jungen und junge Frauen ins Visier zu nehmen und zu seiner eigenen sexuellen Befriedigung auszubeuten. Dazu habe er sich mit Gehilfen umgeben, die er mit eiserner Faust führte.

Staatsanwältin Nadia Shihata sagte in ihrem Schlussplädoyer am Freitag in Brooklyn, Kelly habe „geglaubt, dass die Musik, der Ruhm und die Bekanntheit bedeuteten, dass er tun konnte, was immer er wollte. - Er ist kein Genie, er ist ein Krimineller.“

Die Verteidigung stellte den 54-Jährigen als Opfer falscher Vorwürfe dar. Die Zeugenaussagen von Klägern seien voller Lügen, sagte Kellys Anwalt Deveraux Cannick. Es gebe keine Beweise, dass die Kläger jemals etwas gegen ihren Willen hätten tun müssen. Die Beteiligten hätten sich Kelly aus freien Stücken hingegeben.

Cannick zeigte sich nach dem Schuldspruch enttäuscht. Die mit vielen Widersprüchen behaftete Klage hätte gar nicht zugelassen werden dürfen, sagte er.

Vorwürfe über unangemessene Beziehungen Kellys kursierten seit Jahrzehnten, doch wurden sie von Medien und Öffentlichkeit lange eher amüsiert zur Kenntnis genommen, angefangen mit Kellys illegaler Heirat mit R&B-Sängerin Aaliyah im Jahr 1994, als sie gerade einmal 15 Jahre alt war. Selbst als der Künstler, der mit bürgerlichen Namen Robert Sylvester Kelly heißt, 2002 unter dem Vorwurf festgenommen wurde, sich selbst beim Missbrauch einer 14-Jährigen gefilmt zu haben, verkauften sich seine Musikalben und die Eintrittskarten für seine Konzerte weiter gut.

Erst die im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen der #MeToo-Bewegung veröffentlichte Dokumentation „Surviving R. Kelly“ brachte ihn öffentlich in Verruf. Seit 2019 saß Kelly in Untersuchungshaft.

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