• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Prozess: Stoß ins Gleisbett Fall für Jugendkammer

15.11.2019

Nürnberg Der Stoß ins Gleisbett endete tödlich. Nach einer Auseinandersetzung am Nürnberger S-Bahnhof Frankenstadion waren zwei 16-Jährige von einem Zug überrollt worden. Ein Dritter im selben Alter konnte sich durch einen Sprung im letzten Moment retten. Zum Prozessauftakt am Donnerstag zeigten die beiden Angeklagten Reue. Sie hätten keine Tötungsabsicht gehabt, so die Verteidigung.

Vor der Jugendkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth müssen sich die zwei Jugendlichen wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Im Zentrum steht die Frage, ob die beiden damals 17 Jahre alten Angeklagten mit Tötungsvorsatz handelten. Der Prozess findet nach dem Jugendgerichtsgesetz unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ein Urteil soll am 20. November gesprochen werden.

Im mittelfränkischen Heroldsberg im Landkreis Erlangen-Höchstadt, dem Heimatort der beiden getöteten Jugendlichen, löste das Ereignis Ende Januar tiefe Trauer und Betroffenheit aus. Die Staatsanwaltschaft war am Ende ihrer Ermittlungen vom Vorwurf fahrlässiger Tötung abgerückt. Sie war zum Ergebnis gelangt, dass den Angeklagten ein Tötungsvorsatz nicht angelastet werden könne. Sie hätten nicht gewusst, dass zum Tatzeitpunkt mit der Durchfahrt eines Zuges zu rechnen gewesen sei, weil die nächste fahrplanmäßige S-Bahn erst zehn Minuten später eintreffen sollte.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Die Eltern der beiden Getöteten halten die Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge für unzureichend. In der RTL-Sendung „Stern-TV“ hatten sie über ihr schweres Leben nach dem Verlust ihrer Kinder berichtet. Den „Nürnberger Nachrichten“ sagte einer der Väter: „Körperverletzung mit Todesfolge klingt verharmlosend. Das hört sich nach einer Prügelei an, an deren Ende die Opfer versehentlich ins Gleisbett fallen.“

Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann, der ein Elternpaar als Nebenkläger vertritt, sagt am Rande des ersten Verhandlungstages, eine Anklage nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge sende das falsche Signal. Sogenannte Raserurteile zeigten, wann Gerichte von Vorsatz ausgingen. In jener Nacht seien aus der Heroldsberger Gruppe, zu der die beiden getöteten Jugendlichen gehörten, keine Aggressionen ausgegangen.

Beide Gruppen waren in der Nacht zum 26. Januar kurz nach Mitternacht zusammen mit zahlreichen weiteren jungen Leuten von einer U-18-Party für Jugendliche gekommen. Aus einer Lappalie heraus gerieten die beiden Gruppen an einem Treppenaufgang aneinander. Angeblich habe der erste der Angeklagten versucht, einem der später getöteten Jugendlichen an den Rucksack zu fassen, wie Nebenklage-Anwalt Schmitt sagt. Um daraus etwas zu nehmen oder um den Reißverschluss zu schließen - darüber gehen am ersten Verhandlungstag die Meinungen von Nebenklägern und Verteidigung auseinander.

Beide Angeklagten entschuldigten sich den Worten ihrer Verteidiger zufolge bei den Opferfamilien und wollen helfen, die Ereignisse aufzuklären. „Mein Mandant bedauert zutiefst, was passiert ist. Das ist etwas, was er nie gewollt hat. Er würde es am liebsten ungeschehen machen“, erklärte Verteidiger Philipp Schulz-Merkel.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.