Hannover - Bei den Radiohörern in Niedersachsen und Bremen haben die öffentlich-rechtlichen Sender weiterhin die Nase vorn. Bei der anhand einer Befragung von Radiohörern zweimal im Jahr erstellten Statistik war das Bestimmen von Gewinnern und Verlierern dieses Mal schwierig, da erstmals die Zahlen der Volkszählung von 2011 mitberücksichtigt wurden. Demnach leben in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen weniger als gedacht, was sich auch in der Radiohörer-Statistik niederschlägt.
„Erneut liegen in Niedersachsen zwei NDR-Programme in der Hörergunst vorne, ein schöner Doppelsieg“, reagierte NDR-Intendant Lutz Marmor. Meistgehörter Sender bleibt NDR 1 mit einem Marktanteil (Montag bis Sonntag) von 23,9 Prozent, gefolgt von NDR 2 (18,3 Prozent). „Das ist eine gute Grundlage für die weitere Arbeit an der Optimierung unserer Angebote“, sagte NDR-Landesfunkhausdirektor Arno Beyer in Hannover.
„Zum 22. Mal sind wir Marktführer (im Privatradio) in Niedersachsen und in Norddeutschland“, sagte ffn-Geschäftsführer Harald Gehrung. Die Hörerschaft sei stabil geblieben. Auf Platz vier landete Antenne Niedersachsen, der Sender konnte den Abstand zu seinem Vordermann etwas verringern.
Auch abzulesen aus der Statistik ist, dass die Niedersachsen beim Radiohören verstärkt fremdgehen - sie schalten ein Programm aus einem benachbarten Bundesland ein. So legten die Sender Bremen Eins und Bremen Vier an Reichweite in Niedersachsen zu, ebenso WDR 2 und auch 1Live, das Jugendprogramm des WDR.
In Bremen landete der Servicesender Bremen Eins erneut auf Rang eins, gefolgt von der jungen Welle Bremen Vier. „Insbesondere im Bremer Umland konnten wir mehr Hörerinnen und Hörer für unsere Programme begeistern“, sagte Radio-Bremen-Programmdirektor Jan Weyrauch. „Bundesweit haben gestern knapp 700 000 Menschen eines der Radio Bremen-Programme eingeschaltet.“ Beliebtester Privatsender im kleinsten Bundesland bleibt Energy Bremen.
Für die Analyse wurden rund 80 000 Telefoninterviews mit deutschsprachigen Bürgern im Alter ab zehn Jahren geführt. Erstmals wurden 8000 Mobilfunkanschlüsse angerufen. Die Media-Analyse läuft zweimal im Jahr im März und im Sommer. Vor allem für die Privatsender sind die Zahlen von Bedeutung, denn je besser ein Programm ankommt, desto höher sind die Werbeeinnahmen.
