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NWZonline.de Nachrichten Panorama

„Ich musste an die ,Titanic‘ denken“

25.03.2019

Oslo Ein Kreuzfahrtschiff gerät in Seenot, nahe einem für Schiffsunfälle berüchtigten Küstengebiet. 1373 Menschen sind an Bord. Draußen tobt ein Sturm. Das riesige Schiff, 227 Meter lang, wird vor der Westküste Norwegens von bis zu 15 Meter hohen Wellen so kräftig durchgeschüttelt, dass Möbel und anderes an Deck zu Bruch gehen. Es droht vorübergehend sogar, auf Grund zu laufen. Mehrere Menschen werden in dem Chaos verletzt, drei von ihnen schwer.

Was eine entspannte Kreuzfahrt entlang der norwegischen Küste werden sollte, ist für Hunderte Passagiere der „Viking Sky“ am Wochenende zu einem Albtraum auf See geworden. Wegen eines Maschinenschadens blieb das unter norwegischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff am Samstag während eines Sturms in dem gefährlichen westnorwegischen Küstenabschnitt Hustadvika liegen. Nach Reedereiangaben waren 915 Passagiere und 458 Besatzungsmitglieder an Bord. Hubschrauber flogen Hunderte Urlauber an Land, auch in der Nacht. Die meisten von ihnen waren Briten und Amerikaner. Auch zwei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit waren an Bord.

„Ich hatte Angst. Ich habe noch nie so etwas Beängstigendes erlebt“, sagte eine der ersten Evakuierten, Janet Jacob, dem norwegischen Rundfunksender NRK. „Ich habe zu beten begonnen, ich habe für die Sicherheit von allen an Bord gebetet.“ Der Amerikaner Rodney Horgen berichtete, er habe gerade im Restaurant gesessen, als das Schiff heftig zu schwanken begonnen habe. Teller seien von Tischen geflogen, Menschen zu Boden gegangen. Ein Fenster oder eine Tür sei zu Bruch gegangen und eine Welle ins Schiffsinnere geschwappt. „Ich musste an die Titanic denken. Ich dachte, das wäre das Ende.“

Aufnahmen der verbleibenden Menschen an Bord zeigten dramatische Szenen: Die „Viking Sky“ schwankte heftig, durch die Fenster sahen die Passagiere riesige Wellen. Sessel, Tische und Pflanzen rutschten im Schiff hin und her, einer Frau fiel ein Teil der Decke auf den Kopf. Viele trugen Rettungswesten.

Am Sonntagnachmittag, mehr als 24 Stunden nach dem Absetzen des Notrufes, ist das Schiff schließlich sicher in einem norwegischen Hafen eingetroffen. Vor der Kulisse schneebehangener Berge legte die „Viking Sky“ an einem Pier in der Kleinstadt Molde an, wie im norwegischen Fernsehen zu sehen war. Die rund 900 verbliebenen Menschen, die über Nacht auf dem Schiff ausgeharrt hatten, blieben zunächst an Bord, manche von ihnen winkten von Deck oder vom Balkon ihrer Kabinen.

Die „Viking Sky“ war seit dem 14. März auf einer Zwölftagesreise entlang der norwegischen Westküste. Sie sollte am Sonntag eigentlich den Hafen von Stavanger anlaufen und ihre Reise am Dienstag schließlich in London beenden. Eine nächste Reise des Schiffs entlang Skandinaviens Küste und durch den Nord-Ostsee-Kanal wurde abgesagt.

Im Küstengewässer Hustadvika, das wegen zahlreicher kleiner Inseln und Riffe als gefährlich gilt, ist es schon häufiger zu Unfällen gekommen. Nach Angaben des NRK war das Schiff zeitweise nur noch 100 Meter davon entfernt, auf Grund zu laufen.


Weitere Fotos unter   www.nwzonline.de/fotos-panorama 
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