• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Coronavirus: Droht eine neue Pandemie?

22.01.2020

Peking Erst waren es nur Einzelfälle, inzwischen steigt die Zahl gemeldeter Nachweise von Tag zu Tag deutlich: Ein neuartiges Virus greift in China um sich, auch aus immer mehr anderen Ländern werden vereinzelte Infektionen gemeldet. Droht der Welt eine neue Pandemie?

Wie viele Fälle gibt es?

Die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Metropole Wuhan meldete weitere Tote durch das neuartige Coronavirus. Insgesamt sind nun sechs Todesfälle bestätigt, zumeist betrafen sie ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen.

Die Zahl bestätigter Infektionen stieg am Dienstag auf mehr als 300. Anfangs war nur die 11-Millionen-Metropole Wuhan betroffen, inzwischen werden von den chinesischen Behörden auch Fälle an anderen Orten sowohl im Norden wie auch im Süden Chinas gemeldet. Bestätigt ist inzwischen auch, dass das neuartige Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Unklar ist derzeit die mögliche Dunkelziffer nicht erkannter Infektionen. Angaben aus China gibt es dazu nicht. Experten des Imperial College London gehen davon aus, dass die neue Krankheit schon wesentlich weiter verbreitet ist als bisher bekannt. Nach ihrer Hochrechnung könnte es bereits mehr als 1700 Infizierte geben. „Solche Schätzungen sind immer mit großen Unsicherheiten behaftet“, sagte der Berliner Virusforscher Christian Drosten.

Hat sich das Virus in andere Länder ausgeweitet?

Bestätigte Infektionen wurden aus Taiwan, Thailand, Japan und Südkorea gemeldet. Alle Betroffenen waren zuvor in Wuhan, haben sich sehr wahrscheinlich in China angesteckt. Auch in den USA ist ein erster Fall der neuen Lungenkrankheit nachgewiesen worden. Es handele sich um einen Mann, der nach einer Reise in die chinesische Provinz Wuhan am 15. Januar in die Westküstenmetropole Seattle zurückgekehrt sei, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag mit. Er sei in gutem Zustand. Zudem gibt es in mehreren Ländern Verdachtsfälle, etwa auf den Philippinen. In Europa wurden bisher keine von Reisenden eingeschleppten Fälle bekannt. Immer mehr Länder führen vorsorglich spezielle Kontrollen an Flughäfen für aus China einreisende Menschen ein.

Wie könnte sich das anstehende Neujahrsfest auswirken?

Das neue Coronavirus trifft China mitten in der jährlichen Hauptreisezeit. Nicht nur, dass in diesen Tagen Hunderte Millionen Chinesen im Land unterwegs sind, um pünktlich zum Neujahrsfest am Freitag bei ihren Familien zu sein. In der zweiwöchigen Ferienzeit rund um das Fest unternehmen viele Familien auch gemeinsame Reisen ins Ausland. Beliebt sind dabei neben Zielen in Südostasien auch Reisen nach Europa oder in die USA.

Lässt sich das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland einschätzen?

Derzeit wird das Risiko vom zuständigen Robert Koch-Institut (RKI, Stand 20. Januar) in Berlin als „sehr gering“ eingestuft. Diese Einschätzung könne sich aufgrund neuer Erkenntnisse kurzfristig ändern. „Wir müssen uns in Deutschland darauf vorbereiten, dass es zumindest in Einzelfällen auch zu Einschleppungen der Erkrankung kommt“, sagte der Virusforscher Christian Drosten. „Kliniken müssen dann darauf vorbereitet sein, die Patienten zu isolieren.“

Eine sichere Vorhersage lasse sich derzeit nicht machen, so Drosten. „Es kann einerseits sein, dass wir es mit einem schweren und auffälligen Krankheitsbild zu tun haben – dann ist es gut eindämmbar, weil erkennbar.“ Wenn es aber um eine harmlose Erkrankung gehe, ähnlich wie bei einer Erkältung, werde man die Infektionswelle nicht so leicht eindämmen können, weil Ansteckungen kaum auffielen.

Was ist über die Symptome bekannt?

Nach derzeitigem Wissen sorge das Virus für Fieber und Symptome einer Lungenentzündung, erklärte der Berliner Virusforscher Christian Drosten. „Die oberen Atemwege sind kaum betroffen, es gibt beispielsweise keinen Schnupfen.“ Von Lunge zu Lunge gelangt ein Erreger schwerer als etwa mit den Tröpfchen beim Niesen. Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Infektion gibt es nicht, lediglich die Symptome können mit Medikamenten abgemildert werden.

Was ist über das Virus bekannt?

Derzeit wird das Virus von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „neues Coronavirus“ – 2019-nCoV – bezeichnet. Eine Expertengruppe von Virologen wird die endgültige Namensgebung durchführen. Coronaviren sind dafür bekannt, sehr schnell auf neue Wirte hinüber zu springen und schwere Krankheitsverläufe verursachen zu können.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.