PINELLAS PARK - Vor der Klinik wurde ein Mann festgenommen. Er wollte Terri Schiavo ein Glas Wasser bringen.
Von Ron Word
PINELLAS PARK - Die Eltern der Koma-Patientin Terri Schiavo sind am Mittwoch erneut mit einem gerichtlichen Dringlichkeitsantrag gescheitert. Das Bundesberufungsgericht in Atlanta lehnte es ab, die Wiederaufnahme der Ernährung ihrer Tochter anzuordnen. Die 41-jährige Schiavo liegt im Sterben, nachdem die künstliche Ernährung vor zwölf Tagen eingestellt wordenwar.
Das Berufungsgericht in Atlanta entschied in der vergangenen Woche schon zwei Mal gegen Schiavos Eltern, Bob und Mary Schindler, die eine sofortige Wiedereinsetzung der Magensonde fordern. Die Entfernung der Sonde hatte Terris Ehemann Michael Schiavo in einem langjährigen Rechtsstreit durchgesetzt. Er macht geltend, dass seine von den Ärzten für hirntot erklärte Frau, die seit 15 Jahren im Wachkoma liegt, nicht hätte künstlich am Leben gehalten werden wollen.
Bob Schindler sagte nach einem Besuch am Dienstag, seine Tochter werde schwächer. Die zwölf Tage ohne Nahrung und Wasser seien ihr deutlich anzumerken. „Unter den gegebenen Umständen sieht sie immer noch verflixt gut aus“, sagte Schindler.
Am Mittwochmorgen wurde ein Mann festgenommen, der versuchte, einen Plastikbecher mit Wasser ins Hospiz zu tragen. Polizisten stoppten ihn am Tor.
Mary Schindler wandte sich mit einem emotionalen Appell an ihren Schwiegersohn und dessen Verlobte: „Michael und Jodi, ihr habt selbst Kinder. Bitte, bitte gebt mir mein Kind zurück.“
In den Streit hatte sich auch der schwarze Bürgerrechtler und Geistliche Jesse Jackson eingeschaltet. Jackson traf mit Schiavos Eltern zusammen und betete mit ihnen. Den bevorstehenden Tod der 41-Jährigen nannte er „eine Ungerechtigkeit“. „Dies ist eine moralische Frage, und sie geht über Politik und Familienstreitigkeiten hinaus“, sagte Jackson, einst Präsidentschaftskandidat der Demokraten.
