PINELLAS PARK - PINELLAS PARK/WASHINGTON/AP/DPA - In Vorbereitung auf ihren Tod hat die amerikanische Komapatientin Terri Schiavo die Sterbesakramente erhalten. Der Priester Thaddeus Malanowski erteilte der 41-Jährigen die Kommunion, indem er ihr einen Tropfen Wein auf die Zunge träufelte. Anschließend empfing sie die Letzte Ölung und den Segen. Schiavos Ehemann Michael hatte zunächst seine Einwilligung zu der Kommunion verweigert, schließlich aber doch zugestimmt. Ein anderer Priester, Patrick Mahoney, der Schiavo ebenfalls im Krankenbett besucht hatte, erklärte, ihr Tod stehe unmittelbar bevor.
Der Franziskanermönch und Sprecher von Schiavos Eltern Paul O'Donnell sagte, Terri Schiavo habe am Sonntag während eines Besuchs ihres Vaters gelächelt, die Hände gehoben und kehlige Laute von sich gegeben. Die Komapatientin hat seit elf Tagen keine Nahrung mehr zu sich genommen. Am Montag berichtete ihr Vater Bob Schindler: „Sie kämpft wie verrückt, um am Leben zu bleiben. Sie hat unglaubliche Ausdauer.“ Der Anwalt der Eltern, David Gibbs, sagte hingegen, der Punkt sei erreicht, „an dem sie körperlich nicht mehr in der Lage ist, sich wieder zu erholen“.
Der Gouverneur von Florida, Jeb Bush, sieht keine Möglichkeit mehr, die Wiederaufnahme lebenserhaltender Maßnahmen zu erreichen.
Vor dem Hospiz gingen die Proteste gegen die Sterbehilfe für Schiavo unterdessen weiter, obwohl Bob Schindler die Wartenden am Sonnabend aufgefordert hatte, das Osterfest mit ihren Familien zu verbringen. Am Sonntag ließen sich mehrere Schwerbehinderte aus ihren Rollstühlen auf die Einfahrt zum Hospiz fallen und riefen: „Wir sind noch nicht tot.“ Seit Beginn der Mahnwachen vor einer Woche ließen sich fast 40 Menschen bei dem Versuch, mit Wasser und Brot auf das Gelände des Hospizes vorzudringen, absichtlich festnehmen.
