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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Präses mahnt: „Gott liebt auch Steuersünder“

14.03.2014

München Das Urteil gegen Uli Hoeneß wegen Steuerbetrug lässt niemanden kalt. Bürger und Prominente kommentieren die Strafe von dreieinhalb Jahren Haft meist zustimmend.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, hat nach dem Urteil gegen Uli Hoeneß vor Häme und Schadenfreude gewarnt. „Eines Menschen Straftaten zu ahnden, darf nicht dazu führen, den Menschen selbst zu verdammen - Uli Hoeneß genauso wenig wie jeden anderen Straftäter“, schrieb Rekowski am Donnerstag in seinem Blog. „Ein Mensch, der Fehler macht, wird bei Gott nicht zum Unmenschen.“ Gott ahnde die Taten, „aber er verdammt nicht den Täter.“

Der Präsident des FC Bayern München war wegen seiner millionenschweren Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Seinen Beitrag hat der Präses der zweitgrößten deutschen Landeskirche „Gott liebt auch Steuersünder“ überschrieben.

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): „Die Dimension des gesamten Vorgangs, wie er in den letzten Tagen publik wurde, hat auch uns als DFB überrascht. Die großen Verdienste von Uli Hoeneß für Bayern München und den gesamten deutschen Fußball bleiben unabhängig von diesem Prozess bestehen. Die juristische Beurteilung können in einem solchen Fall aber ausschließlich die Gerichte vornehmen, und da muss für Uli Hoeneß das gleiche Recht wie für jeden anderen gelten.“

Reinhard Rauball (Ligapräsident): „Das Gericht hat das Urteil nach einem gründlichen rechtsstaatlichen Verfahren gefällt. Angesichts des Strafrahmens des Gesetzes war eine derart harte Sanktion nicht ausgeschlossen. Im Übrigen liegt es ausschließlich bei den Verantwortlichen des FC Bayern München, die Thematik mit Blick auf den Club zu bewerten und damit umzugehen. Die Verdienste von Uli Hoeneß um den deutschen Fußball bleiben trotz seines von ihm selbst eingestandenen Fehlverhaltens unberührt.“

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt): „Ich bin traurig. Es tut mir unendlich leid für Uli. Ich habe das Ganze eben im Fernsehen verfolgt. Das Strafmaß kann ich nicht beurteilen. Ich war im Vorfeld völlig verunsichert nach den ganzen Prognosen der Experten. Ich glaube aber nicht, dass sich das jetzt negativ auf den Fußball auswirkt.“

Michael Meister (parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, CDU, zur Rheinischen Post): „Das Urteil gegen Hoeneß wird die Steuermoral der Bürger stärken. Es zeigt, dass es sich nicht lohnt, Steuern zu hinterziehen. Wenn man die strafbefreiende Selbstanzeige wählt, muss man sie ordentlich machen. Wir appellieren an jeden, der glaubt, ein Steuerhinterziehungsproblem zu haben, die Selbstanzeige rechtzeitig und voll umfassend vorzulegen.“

Toni Hofreiter (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Grüne im Bundestag in der Rheinischen Post): „Ich halte es für absolut richtig, dass das Urteil so gefallen ist. Es gab weder einen Promi-Bonus noch einen Promi-Malus für Hoeneß. 27 Millionen Euro zu hinterziehen, ist kein Kavaliersdelikt. Hoeneß wird als Bayern-Präsident jetzt zurücktreten müssen.“

Eberhard Gienger (ehemaliger Turn-Weltmeister und sportpolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion): „Auf der einen Seite dürfte es für Uli Hoeneß eine Erleichterung darstellen, die Thematik vom Leib zu haben. Andererseits musste er damit rechnen, dass es zu Konsequenzen kommt. Und die Konsequenzen sind die dreieinhalb Jahre. Es wird sich jetzt zeigen, ob das Urteil Bestand hat. Wenn es eine “Lex Hoeneß„ gegeben hätte, wäre das eine Unterminierung des Rechts gewesen. Das kann nicht im Sinne des Rechtsstaats sein.“

Renate Künast (Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschuss, Bündnis 90/Grüne): „Die Haftstrafe ohne Bewährung war unausweichlich. Vor dem Gesetz sind alle gleich. Das Gericht hat seine Aufgabe im Rechtsstaat erfüllt.“

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