Göteborg - Zwei Frauen haben weltweit erstmals von ihren Müttern gespendete Gebärmütter eingepflanzt bekommen. Die Operationen seien gelungen, teilte die schwedische Universität Göteborg am Dienstag mit. Ohne Gebärmutter (Uterus) können Frauen keine Kinder bekommen. Eine der beiden Empfängerinnen hatte ihre eigene Gebärmutter wegen einer Krebserkrankung verloren. Die andere Patientin war ohne Uterus auf die Welt gekommen. Beide Frauen sind nach Angaben der Hochschule zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Die Transplantation sei in diesem Fall nur ein erster Schritt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, Christian Thaler. „Die prinzipielle Sorge ist, dass die Gebärmutter im Verlauf der Schwangerschaft eine Vielfalt an Veränderungen durchlaufen muss, die für das Wohlbefinden des Kindes von größter Bedeutung sind. In welchem Ausmaß dies bei einem Transplantat funktioniert, ist vorher kaum absehbar.“

Wenn die Schwangerschaft begonnen habe, sei das unumkehrbar, sagte der Mediziner. „Das ist ein Experiment mit zwei Patienten – Mutter und Baby. Das erfüllt mich in hohem Maß mit Sorge.“

Der Leiter des Chirurgenteams, Mats Brännström, sagte, die Empfängerinnen der Organe seien „wohlauf, aber auch müde“ nach dem Eingriff. Die Spenderinnen könnten innerhalb weniger Tage nach Hause entlassen werden.