München/Aachen - Der Aachener Karnevalsverein zeichnet den bayerischen Finanzminister Markus Söder (CSU) mit dem Orden wider den tierischen Ernst aus. Die Begründung: „Er ist ein Politiker, der keine Angst hat, Schläge auszuteilen, aber auch gerne einstecken muss“, sagte Vereinspräsident Werner Pfeil am Montag in München. Der Elferrat würdigt die extravaganten Kostüme, die Söder alljährlich bei der Veitshöchheimer Fastnacht zur Schau trägt – ob als Shrek, Marilyn Monroe oder Mahatma Gandhi: „Das sind Dinge, wo Politik und Karneval miteinander verbunden sind“, sagte Pfeil. Zum Karnevalsritter geschlagen werden soll Söder am 23. Januar.

Faschings- und Karnevalsorden für Politiker sind ein win-win-Geschäft für beide Seiten: Die Vereine schmücken sich mit prominenten Ordensträgern, auch wenn es sich bei diesen um humorfreie Sauertöpfe handelt. Und für die Politiker bietet der Fasching eine willkommene Bühne.

Anders als viele seiner Vorgänger ist der künftige Faschingsritter Söder tatsächlich als boshafter Spaßvogel bekannt. So ernannte Söder Ministerpräsident Horst Seehofer beim Münchner Maibock-Anstich 2013 zum „eiskalt gehopften Hallodri“. Beim Chef kam das gar nicht gut an, die Folge war monatelanges Stirnrunzeln. Die dauernden Spannungen zwischen Finanzminister und Ministerpräsident sind ebenso Folge von Söders Ehrgeiz wie seiner Respektlosigkeit.

Nun wird der „Prinzling“ (O-Ton Seehofer) ausgezeichnet und nicht Seehofer, wiewohl der Ministerpräsident nach eigenem Bekunden sehr großen Wert auf Humor legt. Doch der Aachener Karnevalsverein hat Seehofer übergangen: „Der Elferrat hat sich ganz bewusst für einen neuen Ritter entschieden“, antwortet Präsident Pfeil auf eine entsprechende Journalistenfrage. „Das gibt jetzt Ärger“, ahnt Söder.