New York - Im Protest gegen Polizeigewalt sind zahlreiche US-Amerikaner auch am Wochenende auf die Straße gegangen. Demonstranten versuchten erneut, Straßen und Brücken zu blockieren, um das Weihnachtsgeschäft zu stören. In New York drangen einige in Läden ein und inszenierten – auf dem Boden ausgestreckt – sogenannte „Die-ins“. Auf Handzetteln verlangen die Protestierenden unter anderem die Entlassung aller Polizisten, die in den Fall Eric Garner verwickelt sind.
Der an Asthma erkrankte Schwarze war mutmaßlich an den Folgen des Würgegriffs eines Polizisten gestorben. Der Polizist muss sich aber dafür vorerst nicht vor Gericht verantworten. Diese Entscheidung einer Grand Jury hatte die Proteste in New York ausgelöst. Auch in anderen US-Städten kam es erneut zu Demonstrationen. Die Protestwelle zog sich bis nach Miami im Süden der USA.
Im Bundesstaat Kalifornien setzte die Polizei Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein. Der Einsatz sei das Ergebnis einer lauten, von Randale geprägten Nacht in Berkeley bei San Francisco gewesen, berichtete die Zeitung „San Francisco Chronicle“ am Sonntag. Bei den mehr als fünfstündigen Protestmärschen sei es teils zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen, berichtete die „San Jose Mercury News“. Ein Polizist wurde verletzt, mindestens sechs Menschen wurden festgenommen.
Derweil kündigte die Staatsanwaltschaft in Brooklyn an, eine Geschworenenjury zum Tod des Schwarzen Akai Gurley einzuberufen, dessen Fall zunächst wenig beachtet worden war. Gurley war im November in einem unbeleuchteten Gang im großen Mietshaus seiner Freundin einem Polizisten über den Weg gelaufen. Der Beamte zog die Waffe und erschoss den unbewaffneten Mann.
