R - ROSTOCK - Der Mord an Antje S. liegt fast elf Jahre zurück. Im Sommer 1996 wurde die grausam zugerichtete Leiche der 15-Jährigen in einem Gebüsch an einer Rostocker Fußgängerbrücke gefunden, Zeugen für die Tat schien es nicht gegeben zu haben. Immer wieder verloren sich die Ermittler in Sackgassen, es gab Vernehmungen, Verhaftungen und sogar ein Schuldeingeständnis, das sich im Nachhinein als falsch erwies. Seit Freitag stehen zwei Angeklagte vor dem Rostocker Landgericht, auf deren Spur die Polizei erst vor einem halben Jahr kam. Dass sie Licht ins Dunkel bringen, darf bezweifelt werden. Die Männer verweigerten die Aussage.

Die beiden 38 und 31 Jahre alten Beschuldigten russischer Abstammung lebten damals als Aussiedler in Rostock. Der Jüngere, zur Tatzeit 20 Jahre alt, soll Antje in einer Sommernacht auf dem Heimweg von einer Disko abgefangen, sie sexuell bedrängt und misshandelt haben. Aus Angst vor einer Anzeige durch das Mädchen habe er es dann mit seinem Gürtel gewürgt, klagte die Staatsanwältin an. Sein älterer Freund ging noch einmal zum Opfer zurück, um Spuren zu beseitigen. Als er gesehen habe, dass die junge Frau noch lebte, habe er sie erwürgt.

Wie die Ermittler auf die Spuren der beiden Angeklagten kamen, soll erst während der Verhandlung enthüllt werden.