Dallas/Madrid - In den USA und in Spanien beschäftigen sich die Behörden damit, die Ansteckungen von zwei Klinikmitarbeiterinnen bei der Pflege von Ebola-Patienten aufzuklären. In Dallas (US-Bundessaat Texas) seien die Vorschriften zu irgendeinem Zeitpunkt nicht eingehalten worden, sagte der Chef der US-Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention), Tom Frieden. Schon ein einziger Fehler könne zur Ansteckung führen. Präsident Barack Obama forderte eine rasche Aufklärung. Die Frau hatte einen Mann aus Liberia gepflegt, dessen Krankheit erst in den USA ausgebrochen war.

Erst kürzlich hatte sich eine Pflegehelferin in Spanien bei einem Patienten angesteckt. Sie soll sich beim Ausziehen des Schutzanzugs mit einem Handschuh versehentlich ins Gesicht gefasst haben. Die Gesundheitsbehörden des Landes gehen von einem Einzelfall aus. Es seien keine weiteren Infektionen aufgetreten, teilte der Mediziner Fernando Rodríguez im Anschluss an eine Sitzung der Ebola-Sonderkommission mit. Der Zustand der Pflegehelferin sei weiterhin sehr ernst, aber stabil. Wenn 21 Tage nach der Einlieferung der Frau in das Krankenhaus keine weiteren Fälle auftreten, sei der Erreger in Spanien besiegt.

Sowohl der Patient in Spanien als auch der in den USA hätten bereits starke Symptome und damit eine sehr hohe Viruslast gehabt, erläuterte Prof. Christian Drosten vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Bonn. Damit sei das Risiko für eine Übertragung in beiden Fällen vergleichsweise hoch gewesen. Das Ausziehen des Schutzanzuges sei ein komplexer Prozess, bei dem die Reihenfolge einzelner Handgriffe exakt eingehalten werden müsse.

Nach einem falschen Ebola-Alarm in einer Berliner Gaststätte ermittelt die Polizei gegen einen mutmaßlichen Betrüger. Es bestehe der Verdacht des Missbrauchs von Notrufen, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann soll am Sonntag in der Gaststätte den Notruf gewählt und über Symptome geklagt haben, die auf Ebola hindeuten. Zudem habe er von einer Auslandsreise berichtet. Daraufhin hatte die Feuerwehr die Kneipe abgesperrt und Experten in Schutzanzügen herbeigerufen. Der Anrufer wurde wenig später gesund angetroffen.