Regensburg - Sie sagt, was sie denkt, und schert sich meist wenig, was die Leute darüber denken: Gloria Fürstin von Thurn und Taxis polarisiert. Mit erzkonservativen Ansichten bringt sie die einen gegen sich auf, andere applaudieren ihr. In den 80er Jahren machte sie mit punkigen Frisuren von sich reden, dann als strenge Saniererin des Familienimperiums und als fromme Katholikin. Am Sonntag wird die Regensburger Schlossherrin 60.

In politischen Debatten erhebt die Fürstin gern ihre Stimme. Von der „Mittelbayerischen Zeitung“ angesprochen auf Verbindungen zu konservativen und rechtskonservativen Politikern aus den Regierungen von Donald Trump und dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, sagte sie: „Rechtskonservativ ist man doch heute schon, wenn man sich regelmäßig die Zähne putzt.“

Zur jüngsten Diskussion um eine Abschaffung des Zölibates sagte sie bei „Maischberger“, das würde das Ende der katholischen Kirche bedeuten. Das Priestertum solle so entsakramentalisiert und damit zerstört werden – wobei die katholischen Kirchen voll seien. In evangelischen Kirchen sei dagegen nichts los. „Die protestantische Kirche ist heute nur noch eine politische Vereinigung mit Meditationskomponente.“ Ihre Familie sei bis in das 19. Jahrhundert auch evangelisch gewesen. „Ich spüre noch sehr viel Protestantismus in mir.“

Die Ehe mit dem 34 Jahre älteren Johannes Fürst von Thurn und Taxis katapultierte Gloria von Schönburg-Glauchau 1980 mit 20 Jahren aus dem Münchner Partyleben ins Regensburger Schloss. Im selben Jahr kam Maria Theresia zur Welt, die heute mit Mann und zwei Töchtern in London lebt. 1982 folgte Tochter Elisabeth, 1983 Stammhalter Albert. Beide leben in Rom, wo Gloria eine Wohnung hat.

Während ihrer Ehe gab sie sich als unangepasste Fürstengattin mit Punkfrisur. Das wandelte sich rasch nach dem Tod ihres Mannes 1990, als Alleinerziehende und Familienoberhaupt. Die Thurn-und-Taxis-Unternehmensgruppe war weniger solide als angenommen. Das Haus konzentrierte sich stärker auf die traditionellen Bereiche Forst und Immobilien, die Privatbank und das Brauhaus wurden verkauft. Zudem wurde wertvolle Kunst versteigert. Als das Fürstenhaus Erbschaftssteuern in zweistelliger Millionenhöhe zahlen musste, bekam Bayern anstelle von Barem den 2200 Stücke umfassenden Hofschatz im Wert von 45 Millionen Mark. Der Freistaat gründete damit ein Museum.

Im Sommer lädt sie Stars zu Konzerten in ihren Schlosshof, im Dezember findet dort ein Weihnachtsmarkt statt. Da schlendert sie dann auch zwischen den Buden hindurch.