REGENSBURG - Der frühere Pfarrer von Riekofen ist am Donnerstag wegen sexuellen Missbrauchs eines Jungen zu drei Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Der einschlägig vorbestrafte 40-Jährige hatte vor dem Landgericht Regensburg gestanden, sich ab Ende 2003 in 22 Fällen an dem Ministranten vergriffen zu haben.

Das Gericht folgte dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf zweieinhalb Jahre Haft plädiert. Beide Seiten stuften als strafmildernd ein, dass der Priester dem Opfer durch sein Geständnis eine Aussage erspart hatte.

Für Empörung hatte der Fall vor allem deswegen gesorgt, weil die pädophilen Neigungen des Priesters dem Bistum seit Jahren bekannt waren. Der katholische Geistliche war bereits 2000 als Kaplan im niederbayerischen Viechtach wegen Kindesmissbrauchs zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dennoch setzte ihn das Bistum 2004 offiziell wieder in einer Gemeinde ein.