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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Papst Franziskus betet für Terroropfer in Sri Lanka

22.04.2019

Rom Papst Franziskus hat am Ostersonntag in Rom den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ gespendet und zugleich weltweite Bemühungen um Frieden gefordert. Vor Zehntausenden auf dem römischen Petersplatz versammelten Menschen äußerte er sich bestürzt über die Attentate in Sri Lanka auf mehrere Kirchen und Hotels. Er sei der christlichen Gemeinschaft nah, die mitten im Gebet von grausamer Gewalt getroffen worden sei, betonte das Kirchenoberhaupt. Er bete für die auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Gläubigen und alle Menschen, die von den Ereignissen betroffen seien.

In seiner Osterbotschaft warnte der Papst davor, angesichts anhaltender bewaffneter Konflikte in Gleichgültigkeit zu verfallen. Vor allem der Krieg in Syrien drohe, „immer mehr als selbstverständlich hingenommen zu werden und uns sogar gleichgültig zu machen“. Vielmehr sei der Moment gekommen, eine politische Lösung zu suchen und sich der humanitären Krise zu stellen.

Mit Blick auf den anhaltenden Konflikt im Jemen, in dem laut UN die größte humanitäre Krise weltweit herrscht, erinnerte der Papst vor allem an die „von Hunger und Krieg zermürbten Kinder“. An Israelis und Palästinenser appellierte Franziskus, sich darum zu bemühen, die „vielen Leiden zu lindern und nach einer Zukunft in Frieden und Stabilität zu streben“

Angesichts der Eskalation in Libyen beklagte das Kirchenoberhaupt den Tod wehrloser Menschen und das Schicksal zahlreicher Zivilisten, die vor der Gewalt der vergangenen Wochen geflohen seien. Franziskus rief die Konfliktparteien auf, durch Dialog zu verhindern, dass die „Wunden eines Jahrzehnts von Konflikten und politischer Instabilität wieder geöffnet werden“.

Wenige Tage, nachdem er dem südsudanesischen Präsidenten und seinem Widersacher, Salva Kiir und Riek Machar, in einer beispiellosen Geste im Vatikan die Schuhe geküsst hatte, bekräftigte der Papst seine Hoffnung auf eine Befriedung des Landes. Darüber hinaus beklagte er gesellschaftliche Spannungen, Konflikte und Extremismus in anderen afrikanischen Ländern wie Burkina Faso, Mali und Nigeria, die Unsicherheit, Tod und Vernichtung säten.

Mit Blick auf die Ostukraine forderte der Papst humanitäre Hilfen für die unter dem anhaltenden Konflikt leidende Bevölkerung und eine dauerhafte Befriedung der Region. Die politisch Verantwortlichen in Venezuela rief Franziskus auf, Hilfslieferungen ins Land zu lassen. Sie müssten sich darum bemühen, soziale Ungerechtigkeiten, vielfältigem Missbrauch und Gewalt ein Ende zu setzten.

Besorgt äußerte das Kirchenoberhaupt sich in seiner Osterbotschaft über den weltweiten „Rüstungswettlauf“. Franziskus ermahnte die internationale Gemeinschaft, die Verbreitung von Waffen vor allem in Industriestaaten zu begrenzen.

In der Osternacht hatte der Papst im Petersdom eines der zentralen Feste der Christenheit gefeiert. Bei der feierlichen Liturgie in Erinnerung an die Auferstehung von Jesus Christus verglich er den Stein vor dem Grab des Gekreuzigten aus der biblischen Überlieferung mit dem „Stein des Misstrauens, der die Hoffnung behindert“. Wer sein Misstrauen nicht überwinde, werde zynisch, spöttisch und entmutigt, sagte er in seiner Predigt.

Die Gläubigen tendierten immer wieder dazu, den „grellen Schein von Geld, Karriere, Stolz und Vergnügung“ der christlichen Wahrheit vorzuziehen. Der Papst ermutigte die Christen mit einem Zitat der US-amerikanischen Dichterin Emily Dickinson (1830-1886): „Wir kennen unsere Größe nicht, bis wir aufgefordert werden, aufzustehen.“ Anschließend taufte er acht Christen, darunter einen aus dem mehrheitlich muslimischen Indonesien.

In der Osternacht ermunterte das katholische Kirchenoberhaupt die Gläubigen dazu, sich nicht in Unzufriedenheit und Hoffnungslosigkeit zu verlieren. „Manchmal wenden wir uns ausschließlich unseren Problemen zu, die nie ausgehen“, sagte der Papst in seiner Predigt bei der Vigilfeier am Samstagabend im Petersdom. „Wir bitten um die Gnade, nicht von der Strömung, vom Meer der Probleme weggetragen zu werden; nicht an den Felsen der Sünde und auf den Klippen des Misstrauens und der Angst zu zerschellen.“

An Ostern erinnern die Christen an die Auferstehung Jesu Christi, für sie ist es das zentrale Fest. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Menschen über die Feiertage nach Rom. Der Segen „Urbi et Orbi“ gehört zu den bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Die lateinische Formel bedeutet „Der Stadt und dem Erdkreis“ und wird nur Weihnachten, Ostern und nach einer Papstwahl gespendet.

Der Gottesdienst in der Osternacht markiert den Übergang vom Karsamstag zum Ostersonntag. Dabei wird an die Auferstehung von Jesus von den Toten nach christlicher Überlieferung erinnert. Der Übergang von Tod zu Auferstehung prägt traditionell auch die Gestaltung des Osternacht-Gottesdienstes: Zu Beginn zieht der Papst mit einer Kerze in den dunklen Petersdom ein, dann entzünden auch die Gläubigen Kerzen. Erst dann geht das Licht an.

Ostern gebe Anlass zur Hoffnung, machte der Papst klar. Oft scheine es, als würden unternommene Schritte nie ihr Ziel erreichen. „Man könnte auf den Gedanken kommen, dass die Enttäuschung aller Hoffnung das dunkle Gesetz des Lebens sei“, sagte der 82-Jährige. Doch es sei das Misstrauen, das der Hoffnung im Wege stehe.

„Wenn man den Gedanken zulässt, dass alles schiefgeht und dass das Schlechte nie aufhört, dann glauben wir schließlich, dass der Tod stärker ist als das Leben, und wir werden zynisch und spöttisch, krankhafte Entmutigung befällt uns“, warnte der Pontifex. „Stein für Stein errichten wir in uns eine Gedenkstätte der Unzufriedenheit, ein Grab der Hoffnung.“ Er rief die Gläubigen auf, die Hoffnung nicht zu begraben. Die Geschichte von Jesus mache klar, dass der „Übergang von der Verschlossenheit zur Gemeinschaft, von der Trostlosigkeit zur Tröstung, von der Angst zum Vertrauen“ möglich sei.

Auch im Heiligen Land werden am Sonntag Tausende Christen aus aller Welt zu den Osterfeierlichkeiten erwartet. In der Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt werden mehrere Messen zelebriert. Die Kirche steht an der Stelle, wo Jesus nach christlicher Überlieferung gestorben und wieder auferstanden ist. Die Polizei befand sich bereits vor den Feiertagen in erhöhter Alarmbereitschaft.

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