• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Russen geben ihren Raumtransporter verloren

30.04.2015

Moskau Der außer Kontrolle geratene russische Raumtransporter „Progress“ ist wohl nicht mehr zu retten. Die Bodenkontrolle habe das unbemannte Raumschiff aufgeben, sagten US-Astronaut Scott Kelly und der russische Kosmonaut Michail Kornienko auf der Raumstation ISS am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. Kelly sagte, „Progress“ werde bald aus der Erdumlaufbahn stürzen und bei Eintreten in die Atmosphäre verglühen.

„Nur ein Wunder kann noch helfen“, sagte ein Mitarbeiter der Flugleitzentrale am Mittwoch der Agentur Ria Nowosti zufolge. Der unbemannte Transporter mit rund 2,4 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ISS an Bord stürze wohl zwischen dem 7. und 11. Mai ab. Für einen solchen Fall erwartet die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos, dass Progress M-27M fast völlig in der Atmosphäre verglüht. „Falls dies geschieht, können wir einige Stunden vorher sagen, wohin mögliche Trümmer fallen“, sagte ein Mitarbeiter.

Die Sojus-Trägerrakete hatte nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan am Dienstag die vorgesehene Umlaufbahn deutlich verfehlt. Hauptgrund war vermutlich ein Defekt an der dritten Stufe der Rakete. Die Progress begann nach dem Abkoppeln, sich auf einer falschen Umlaufbahn stark um die eigene Achse zu drehen. Die Flugleitzentrale bei Moskau versuchte vergeblich, den Frachter mit Hilfe von Funksignalen zu stabilisieren. Der Verlust der Progress verursache einen Schaden von 88 Millionen Euro, hieß es.

Ein Experte der Flugleitzentrale nannte die Panne „beunruhigend“, da sie bei einer Sojus-Rakete aufgetreten sei, die auch für bemannte Flüge genutzt werde. Möglicherweise werde der für den 26. Mai geplante Start von drei Raumfahrern zur ISS verschoben, um erst den Fehlschlag genau zu analysieren, hieß es. Roskosmos zufolge hat die Raumstation vorerst noch genug Lebensmittel und technisches Material an Bord. Auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde arbeiten derzeit sechs Besatzungsmitglieder.

Die Raumfahrtbehörde widersprach Berichten, wonach sich an Bord der Progress auch eine Kopie der sowjetischen Flagge befinde, die Rotarmisten nach der Eroberung Berlins 1945 auf dem Reichstag gehisst hatten. Das „Siegesbanner“ sei bereits Ende März mit einem Frachter zur ISS gebracht worden, sagte ein Sprecher. Die drei Kosmonauten auf der Raumstation wollen damit am 9. Mai, dem 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitlerdeutschland, aus dem All ihren Landsleuten gratulieren. Ein Festmahl für den Tag des Sieges sowie Geschenke und persönliche Post gehen aber wohl mit der Progress verloren.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.