SA - Jahrzehnte nach der Tat könnten zwei bislang ungeklärte und scheinbar unzusammenhängende Mordfälle aus den Jahren 1962 und 1970 nun möglicherweise in einem Zug aufgeklärt werden. Die Polizei im Saarland wird in den kommenden Wochen insgesamt zehn Männer im Alter zwischen 60 und 77 Jahren zu einem freiwilligen Speicheltest bitten.

Ziel der Aktion ist nach Angaben eines Polizeisprechers vom Donnerstag ein Abgleich mit DNA-Spuren, die an mehreren anonymen Briefen mit Hinweisen zu den Morden gefunden wurden.

Bei einem der beiden Mordopfer handelt es sich um die damals 13-jährige Schülerin Lydia Schürmann aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück. Sie war im April 1962 nach einem Streit mit ihren Eltern von zu Hause weggelaufen und von einem Lasterfahrer mitgenommen worden. Im August wurde ihre Leiche gefunden.

Im zweiten Fall geht es um die damals 29-jährige Heiderose Berchner aus Nürnberg, die im Februar 1970 verschwand. Ihre verbrannte Leiche fand man wenig später in Ulm.

Im November 2005 ging bei der Polizei in Nürnberg ein erstes anonymes Schreiben ein. Der Autor erklärte, ein inzwischen verstorbener Freund von ihm, der damals bei einer Spedition gearbeitet habe, habe Heiderose Berchner getötet. Das zweite Schreiben kam im Juni 2006 bei der Polizei in Kaiserslautern an. Darin erklärte der Verfasser, er habe Anfang der 60er Jahre ein Mädchen getötet.