Hannover/Offenbach - Heiße Luft aus der Sahara treibt die Temperaturen in Deutschland zu Pfingsten bis auf rekordverdächtige 37 Grad, kündigte Meteorologin Anna Wieczorek vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Freitag an. In Niedersachsen können sich die Menschen über Spitzentemperaturen bis zu 33 Grad freuen, nur auf den Inseln und im Harz bleibt es mit 20 Grad etwas kühler. Später drohen kräftige Gewitter und starker Regen. Die höchsten Temperaturen werde es am Pfingstmontag im Süden und entlang des Rheins geben.
Die gefühlten Temperaturen steigen nach Modellrechnungen sogar bis auf 40 Grad. Deshalb werde der DWD zum ersten Mal in diesem Jahr sein Hitzewarnsystem aktivieren, sagte Wieczorek. Es richtet Warnmeldungen an Lagezentren sowie die Gesundheitsministerien der Länder. Von dort gehen die Meldungen an Altenpflegeheime oder Krankenhäuser. Die Pfleger dort sind angehalten, Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Auch über Rundfunk und Internet werden die Hitzewarnungen des DWD verbreitet.
Wie sich die Saharahitze dennoch gut aushalten lässt:
Trinken, trinken, trinken: Um bei hochsommerlichen Temperaturen Kreislaufproblemen vorzubeugen, sollte jeder Mensch täglich mindestens einen Liter mehr Flüssigkeit als sonst zu sich nehmen. Das empfiehlt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Berlin. Denn bei Hitze verliert der Körper vermehrt Flüssigkeit durch Schwitzen.
Gut behütet: Ein Platz im Schatten eines herkömmlichen Sonnenschirms bietet keinen ausreichenden Schutz vor schädlichen UV-Strahlen. Denn sein Lichtschutzfaktor (LSF) liegt nach Angaben der Initiative „Sonnenschutz? – Sonnenklar!“ bei nur etwa 5. Auch Textilien am Körper sind kein Garant dafür, dass es nicht zu einem Sonnenbrand kommt: Leichte Baumwollkleidung hat demnach einen LSF bis 10, dichter gewebtes Material bis 20.
Die Menge macht’s: Sonnencreme wird oft zu dünn aufgetragen und kann so den auf der Packung angegebenen Sonnenschutz nicht erreichen. Ein Erwachsener benötigt etwa drei bis vier Esslöffel, wenn er seinen ganzen Körper eincremt. Eine Familie mit vier Personen braucht etwa eine Flasche Sonnenschutzmittel pro Tag. Darauf weist Prof. Rolf Daniels von der Eberhard-Karls-Universität Tübingen hin. Ein hoher Lichtschutzfaktor sollte nicht dazu verleiten, die Sonnencreme nur dünn aufzutragen. Besser ist es, sich mit einem Mittel mit geringem LSF mehrmals einzureiben.
Sprung ins kühle Nass: Auch wenn die Sommerhitze eine schnelle Abkühlung verlockend erscheinen lässt: Badende sollten nicht mit einem sportlichen Kopfsprung in ein unbekanntes Gewässer springen. Darauf weist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hin. Grundsätzlich gelte: Erst ein wenig abkühlen nach dem Bad in direkter Sonne, danach langsam ins Wasser gehen – egal ob in den Badesee oder ins Schwimmbecken.
