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nordwest-zeitung

Tierwohl Gelähmte Hunde lernen auf Gnadenhof wieder laufen

Britta Körber

Schneverdingen - Die französischen Bulldoggen Danny DeVito und Bolle kläffen aus voller Kehle und Schäferhundmischling Shadow schleift seine Hinterbeine mit Tempo im Rollwagen hinter sich her. „Viele haben Schreckliches erlebt, hier dürfen sie Tier sein“, sagt Katy Ludolphy, ehrenamtliche Mitarbeiterin auf „De Hun’nenhoff“ in Schneverdingen in der Lüneburger Heide. Viele der 90 Hunde dürfen nur allein oder in Kleingruppen in den Auslauf, sonst droht Ungemach.

Verängstigte Vierbeiner

Im Hintergrund heulen zwei rumänische Straßenhunde. „Wir tun ihnen nichts, auch wenn sich das anhört wie Wolfsheulen“, berichtet Hundetrainer Tom Bode, „sie sind nicht mit Menschen aufgewachsen, sie sind im Wald geboren“. Gemeinsam mit Partnerin Usha Peters gründete der 61-Jährige die Stiftung, die sich in erster Linie um gelähmte Hunde kümmert und vom Deutschen Tierschutzbund ausgezeichnet wurde. Die Vierbeiner kommen vielfach auch verängstigt, beißen und fressen alles auf, was sich ihnen in den Weg stellt.

Mit Physio-, Elektro- und Lasertherapie werden die Hunde auf der fünf Hektar großen Farm in der Lüneburger Heide behandelt, in den Unterbringungen gibt es Fußbodenheizung und Klimaanlagen. Wenn es draußen ungemütlich wird, liegen die Vierbeiner mit ihren Gebrechen gern im Warmen. Ein Arztzimmer ist eingerichtet, damit die vielen Leiden ohne Transportwege behandelt werden können. Auch neun Pferde, acht Schafe und zwölf Katzen – zwei davon querschnittsgelähmt – brauchen Pflege.

Erfolgreiche Behandlung

Ein gutes Beispiel für eine kleine Wunderheilung ist der Langhaardackel Hardy. „Er kam komplett gelähmt zu uns und die Tierärzte sagten, dass er nie mehr laufen wird“, erzählt Usha Peters. Mit viel Krankengymnastik wurde der Bandscheibenvorfall erfolgreich behandelt, Hardy hat keine Probleme mehr. „Eine Physiotherapeutin hat uns angelernt. Inzwischen haben wir auch ein Unterwasserlaufband“, erzählt die 55 Jahre alte Humangenetikerin.

Ihren Beruf übt die Ärztin immer noch aus, pendelt mehrmals wöchentlich nach Hamburg und investiert viel in den Hof. „Wir stecken alles rein und das stört uns gar nicht. Aber wir werden älter“, sagt die erste Vorsitzende der Stiftung. Allein in 2017 beliefen sich die privaten Aufwendungen des Paares Bode/Peters den Angaben zufolge auf rund 239 000 Euro. Inzwischen bieten sie Patenschaften für die Vierbeiner an.

„Die Spenden sind limitiert“, weiß Oliver Harms von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, der viele Tiere vom Hun’nenhoff untersucht hat und auf dem Gelände Fortbildungen zu gehandicapten Hunden für Ärzte und Besitzer anbietet. „Sie sind dort so engagiert, es ist nicht vergleichbar mit einem Tierheim.“

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