Rust/Oldenburg/Ganderkesee - Vivien Konca bleibt vor Glück die Sprache weg. Sie nimmt die Hände vors Gesicht und braucht einige Zeit, bis sie wieder Worte findet. „Ich könnte vor Freude die ganze Welt umarmen“, sagt die 19-Jährige und schreitet über den Laufsteg – mit Siegerkrone und Schärpe. Die junge Frau mit den langen blonden Haaren ist „Miss Germany 2014“. Sie setzte sich bei der Wahl in der Nacht zum Sonntag im Europa-Park in Rust bei Freiburg gegen 23 Konkurrentinnen aus der ganzen Republik durch und wird zur Schönheitskönigin gekürt. Nun ist sie ein Jahr lang offiziell die Schönste im ganzen Land.
„Ich möchte Deutschland ein Gesicht geben“, sagt Konca nach dem Sieg. Die Studentin aus Baesweiler bei Aachen gibt mit ihrer Körpergröße von 1,74 Metern eine gute Figur ab. Anfang Januar ist sie „Miss Nordrhein-Westfalen“ geworden und hat sich damit für die deutschlandweite Wahl qualifiziert. Und auch hier entscheidet sie das Schaulaufen der Schönen für sich. Sie muss sich, wie alle Teilnehmerinnen, in Abendkleid und Badeanzug präsentieren.
Für die auf ein Jahr begrenzte Tätigkeit als Schönheitskönigin möchte sie ihr Duales Studium zur Handelsfachwirtin unterbrechen. „Wenn ich etwas mache, dann will ich stets mein Bestes geben.“ Ihr Arbeitgeber wird auf sie verzichten müssen.
Im vergangenen Jahr hat sie Abitur gemacht, mit dem Titel „Miss Germany“ geht für sie ein Traum in Erfüllung. Um vorbereitet zu sein, hat Konca zuvor gelegentlich als Model gearbeitet.
Als sie bei der Miss-Wahl schließlich im Finale steht, kullern die Tränen. „Ich bin ein sehr emotionaler Typ. Ich bin überwältigt, dass ich hier stehen darf“, sagt die 19-Jährige.
„Es beginnt nun eine neue Welt“, verspricht Organisator Horst Klemmer, von der Oldenburger Miss Germany Corporation. „Miss Germany“ ist an mehr als 200 Tagen im Jahr im Einsatz. Gewählt worden ist sie von einer Jury. Schlagersänger Roberto Blanco macht sich dort ebenso ein Bild von den Frauen wie Box-Weltmeister Marco Huck oder Schönheitschirurg Werner Mang.
Der frühere Fußballmanager Reiner Calmund hat seinen Jury-Kollegen gleich zu Beginn die Linie vorgegeben: „Nix im Kopf und viel in der Bluse – das läuft hier nicht“, sagte der 65-Jährige. Die schönste Frau Deutschlands brauche Ausstrahlung und Wissen. „Bei der Siegerin ist das der Fall“, sagt er später. „Sie hat das Zeug dazu, unser ganzes Land würdig und mit Stil zu vertreten.“
Zufrieden zeigte sich auch die Ganderkeseerin Katharina Niehaus. Als „Miss-Bremen“ war die 24-Jährige nach Rust gereist, hatte einen Platz auf dem Treppchen allerdings verpasst. „Es hat viel Spaß gemacht. Insgesamt war das einfach eine tolle Erfahrung“, sagte sie am Sonntag dieser Zeitung. Für ihre Zukunft nach der Wahl hat sie konkrete Pläne: Sie will den „Schwung aus dem Camp mitnehmen und TV-Moderatorin werden“, sagte Niehaus.
