SCHWEINFURT - SCHWEINFURT/DPA - Grausames Familiendrama in Bayern: Vor den Augen der Kinder hat ein Mann am Sonnabend in Schweinfurt auf der Straße erst seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und dann sich selbst erschossen. Die Frau war mit zwei Söhnen und einer Tochter auf dem Weg zum Flohmarkt. Ob der 39-Jährige ihnen aufgelauert hat, war nach Angaben der Polizei am Sonntag noch unklar. Es war gegen 7.30 Uhr, als der Mann in der Innenstadt mit einer Pistole auf die fünffache Mutter zielte. Zeugen berichteten, er habe mehrfach abgedrückt und die 32-Jährige mit einem Kopfschuss niedergestreckt.
Die 11 und 14 Jahre alten Söhne und die Tochter mussten das Grauen mit ansehen. Ihre beiden kleinen Geschwister waren nicht dabei.
Medienberichte, der 39-Jährige habe seine Frau seit Monaten bedroht, konnte die Polizei nicht bestätigen. Nach dem Hinweis eines Zeugen durchsuchten Beamte am Sonntag eine Wohnung in Nordrhein-Westfalen. Der mazedonische Staatsangehörige lebte seit 2006 getrennt von seiner Frau in Mettmann, sagte Polizeisprecher Uwe Hückmann. Allerdings fanden sich in der Wohnung „keine weiteren Anhaltspunkte für die Tat“ und auch kein Abschiedsbrief. So blieb das Motiv des Familienvaters am Wochenende ungeklärt.
Die beiden Toten sollten zu Wochenbeginn obduziert werden. Erst dann stehe zweifelsfrei fest, mit wie vielen Schüssen der 39-Jährige seine Frau getötet hat.
Die Kinder im Alter von ein bis 14 Jahren werden derzeit von Fachkräften betreut. „Der Papa schießt die Mama quasi von der Hand. Etwas Schlimmeres gibt es nicht“, sagte Hückmann fassungslos. „Die Kinder werden das ihr Leben lang nicht mehr los.“
Nach den Schüssen seien die drei Kinder schreiend auseinander gelaufen, berichtete die Besitzerin eines nahen Gasthauses, die alles aus ihrem Fenster hilflos beobachtet hat. Die Kinder blieben wie durch ein Wunder unverletzt, flüchteten in umliegende Geschäfte. Am Tatort, der mehrere Stunden weiträumig abgesperrt war, legten Anwohner und Freunde Kränze nieder.
