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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Kritik Zu „germany’s Next Topmodel“: Sexismus in Serie

11.02.2017

Köln /München /Kassel Eigentlich ist doch mit dem Intro zur Casting-Show „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) schon alles klar: Wenn Heidi Klum zu irgendeiner Techno-Musik in schwarz-weiß über den Bildschirm tänzelt, kann man das entweder als Hinweis auf die beiden Model-Teams verstehen oder als ehrliches Statement zur Denkweise des Formats. Hier gibt’s nur Top oder Flop, hübsch oder nicht hübsch oder besser: vermarktbar oder nicht vermarktbar. Und im Mittelpunkt steht natürlich Heidi Klum – und nicht etwa die Kandidatinnen.

Bevor Klum sich aber überhaupt bei den Kandidatinnen blicken lässt, sollen die beiden Team-Anführer die Spreu vom Weizen trennen. Team schwarz wird vom ewig breitbeinig sitzenden Thomas Hayo, Team weiß von Michael Michalsky, der sich bei jeder Gelegenheit damit rühmt, dass die Siegerin der letzten Staffel (wer war das doch gleich?) aus seiner Mannschaft stammte, angeführt. Bei der Fleischbeschau in Köln und München dürfen sich die Kandidatinnen dann Dinge anhören wie: „Ich würd dich gern noch einmal im Bikini sehen“ oder „Du hast ein ungewöhnliches Gesicht“. Ist das eigentlich ein Kompliment?

Das Konzept der gegeneinander antretenden Teams scheint im Übrigen keinen anderen Hintergrund zu haben, außer dass Hayo und Michalsky ständig in übelstem Denglish von ihrem „Battle“ faseln können und um alle fünf Minuten zu betonen, dass es bei Hayo vielleicht mehr Spaß macht, bei Michalsky aber der Titel wartet. Schließlich hat er ja letztes Mal auch schon gewonnen.

„Germany’s next Topmodel“ statt Bildung

Bei den Kandidatinnen haben elf Jahre Germany’s next Topmodel offenbar Spuren hinterlassen. Die 18-jährige Céline erzählt zum Beispiel, dass es schon seit der ersten Klasse ihr Traum ist, bei der Sendung mitzumachen – und erklärt auch gleich, dass sie dafür notfalls ihren Freund sitzen lassen würde. Kandidatin Greta hat offenbar begriffen, worum es eigentlich geht. Sie meint, dass GNTM ein gutes Sprungbrett sei, um anders als auf dem Bildungsweg Karriere zu machen. Der Gedanke, dass der kürzeste Weg in den RTL-Dschungel sich vielleicht auch als Holzweg entpuppen könnte, kommt ihr scheinbar nicht.

Die 50 vorsortierten jungen Frauen dürfen von den Castings zum Flughafen Kassel, auf dem offenbar so wenig Betrieb herrscht, dass es überhaupt kein Problem ist, den ganzen Flughafen für eine Topmodel-Episode zu mieten. Auf einem Gepäckband stehen sie zum ersten Mal Heidi Klum gegenüber. Warum auf einem Paketband? Na weil es doch ein Flughafen ist. Außerdem würde doch jeder seine Kleiderhaken in den Koffer packen oder nicht? Und viel mehr sollen Models ja gar nicht sein.

Klum sagt, dass sie bei den „Meedchen“ nicht nur auf einen „guten Body und ein hübsches Gesicht“ achte, sondern auch auf die „Personality“. Die Erfahrung aus den vergangenen Staffeln zeigt aber eher, dass Klum in den folgenden Episoden alles daran setzen wird eben jene viel beschworene Persönlichkeit an allen Ecken und Kanten abzuschleifen (oder abzurasieren – so wie die Achselhaare von Kandidatin Maja), bis nichts als Konformität übrig ist.

Entsprechend veranstaltet Klum am Flughafen in Kassel beim finalen Laufstegauftritt ein wahres Gemetzel. Wer nicht ins Raster passt, der wird selbst für GNTM-Verhältnisse gnadenlos aussortiert. Die zahlreichen Kandidatinnen, denen Klum den Daumen nach unten zeigt, dürfen nur noch in Zeitlupe Rotz und Wasser heulen. Die, die eins der begehrten Flugtickets ergattern können, werden direkt ins Flugzeug verfrachtet und dürfen in Marseille an Bord eines Schiffes gehen. Das Wortspiel mit dem „Boatcamp“ war den Machern natürlich nicht zu flach.

Der Trailer verkündet bereits durch den Seegang ausgelöstes Erbrechen. Wer ähnliches erleben möchte, kann sich natürlich die zweite Episode am nächsten Donnerstag, 20.15 Uhr, auf Prosieben anschauen.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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