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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Sicherheitsplan für Mexikos Krisenregion

30.10.2014

Cocula /Iguala Auf der Suche nach Dutzenden verschleppten Studenten im Südwesten von Mexiko haben Gerichtsmediziner ein Gelände in der Nähe einer Müllkippe durchsucht. Nach Hinweisen mutmaßlicher Bandenmitglieder waren bei Cocula im Bundesstaat Guerrero Leichenteile entdeckt worden, hieß es aus Ermittlerkreisen. Der Bundesstaat ist die gefährlichste Region Mexikos.

Es gebe Zeugenaussagen, dass die jungen Leute an diese Stelle gebracht worden seien, sagte der Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam am Dienstag (Ortszeit). An den Ermittlungen seien Tausende Beamte beteiligt. Die 43 Studenten waren vor einem Monat nach Auseinandersetzungen mit der Polizei in der Stadt Iguala verschleppt und später Mitgliedern der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“, die dem Drogenkartell Beltrán Leyva zugerechnet wird, übergeben worden. Bislang ist ihr Schicksal völlig unklar.

Unterdessen kündigte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong einen Sicherheitsplan für die Unruheregion an. In 17 Ortschaften der sogenannten Tierra Caliente im Norden von Guerrero würden Regionalkommandos der Sicherheitskräfte eingerichtet, sagte er nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts.

Derzeit sind 10 000 Bundespolizisten in Guerrero im Einsatz. Der Fall Iguala hatte die engen Kontakte der örtlichen Polizeieinheiten mit Gruppen des organisierten Verbrechens offengelegt. Alle Polizeibeamten des Bundesstaats sollen nun überprüft werden. Die US-Regierung zeigte sich besorgt über die Situation im Nachbarland. „Die Berichte über die Lage sind offensichtlich sehr beunruhigend“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest.

Nach Angaben von Opfervertretern empfing Präsident Enrique Peña Nieto am Mittwoch (Ortszeit) Familienmitglieder der verschleppten Studenten. Die Angehörigen verlangten Antworten und forderten eine schnelle Lösung, sagte der Sprecher der Gruppe, Felipe de la Cruz.

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