Kapstad - Die Eltern der getöteten Reeva Steenkamp wollen gegen den Täter Oscar Pistorius keine zivilrechtlichen Ansprüche geltend machen. Sie wollten zudem die von Pistorius von März 2013 bis September 2014 geleisteten monatlichen Zahlungen von jeweils 550 Dollar (435 Euro) zurücküberweisen, hieß es in einer am Mittwoch von ihrem Anwalt veröffentlichten Mitteilung. Bei der gerichtlichen Anhörung, an deren Ende die Richterin das Strafmaß festlegt, war am Dienstag bekanntgeworden, dass Barry und June Steenkamp bereits eine Zahlung von Pistorius von 34 000 Dollar abgelehnt hatten.

Richterin Thokozile Masipa hatte den zweifach unterschenkelamputierten Sprinter im September in einem umstrittenen Urteil für schuldig befunden, Steenkamp fahrlässig getötet zu haben. Jetzt muss sie entscheiden, ob der Sportler eine Bewährungsstrafe erhält oder für bis zu 15 Jahre ins Gefängnis muss. Es wird erwartet, dass die Anhörung rund eine Woche dauern wird. Pistorius hatte im Februar 2013 seine 29-jährige Freundin Steenkamp durch eine verschlossene Toilettentür in seinem Haus mit mehreren Schüssen getötet.

Die Staatsanwaltschaft hatte Pistorius vorsätzlichen Mord an Steenkamp nach einem Streit am frühen Morgen des 14. Februar 2013 vorgeworfen. Pistorius hatte hingegen stets von einem Versehen gesprochen und beteuert, er habe hinter der Toilettentür einen Einbrecher vermutet.