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Gesundheit Stefan Henzes Herz schlägt in Rio weiter

Georg Ismar

Rio De Janeiro - Ein Teil von Stefan Henze lebt in dieser kleinen 50-Quadratmeter-Wohnung in der Rua Antônio Basílio weiter. Zwei Kilometer entfernt vom Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro. Im Körper von Ivonette Balthazar (66). In ihrem kombinierten Wohn- und Esszimmer steht neben dem Fernseher ein Plastik-Tannenbaum mit Glitzerlichtern, draußen brennt die Sonne. Als im Laufe des Gesprächs die Frage nach der Bedeutung des diesjährigen Weihnachtsfestes gestellt wird, kullern die Tränen. „Ich bin ihm so dankbar.“ Ihre Mutter, 86, verliert völlig die Fassung, sie muss den Raum verlassen.

Mundschutz tragen

Ivonette Balthazar denkt in diesem Moment aber auch an die Familie des toten deutschen Kanu-Trainers, die ein ganz anderes Weihnachten erleben wird. Balthazar muss noch Mundschutz tragen, der Bakterien wegen, deswegen kann sie auch nur gekochtes Obst und Gemüse essen. An ihrer Brust ist noch der lange Schnitt von der Operation zu sehen.

So langsam kann sie aber auch wieder die Wohnung verlassen, ihr großes Ziel ist im April ein Zwei-Kilometer-Lauf, daran will sie mit anderen Organempfängern teilnehmen. Sie hat aus der Zeitung erfahren, wer durch seinen Tod ihr Leben rettete. Gemäß der brasilianischen Gesetze darf der Name des Spenders eigentlich nicht genannt werden. Aber was ist schon normal an dieser so tragischen Olympia-Geschichte?

Henze war bei einem Autounfall während der Olympischen Spiele 2016 in Rio gestorben. Am 15. August starb er in einer Spezialklinik in Rio. Er hatte einen Organspendeausweis.

Freiheit zurück

Es gibt grünes Licht für die Entnahme von Herz, Leber und Nieren. Am 15. August um 17.30 Uhr klingelt bei Ivonette Balthazar das Telefon. 15 Minuten später ist sie schon im Instituto Nacional de Cardiologia (INC). Um 22 Uhr kommt Henzes Herz an, sechs Stunden dauert die Transplantation. „Ich hatte keine Ahnung, von wem das Herz ist“, sagt sie rückblickend. Es gibt Probleme, weil das Athletenherz kleiner ist als ihres, es beginnen Monate, die immer wieder von Rückschlägen geprägt sind. Die frühere Verwaltungsangestellte muss jeden Tag unter anderem sechs Viagra-Pillen nehmen, damit sich die Arterien weiten. Aber jetzt geht es bergauf. Und wie ist das Herz? „Es ist kaum zu beschreiben. Ich habe meine Freiheit zurückgewonnen.“

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