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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Außenminister Bei Weltgesundheitsgipfel: Steinmeier: „Wir alle haben Ebola unterschätzt“

19.10.2014

Wshington Barack Obama hat angesichts von drei bekannten Ebola-Fällen in den USA vor Hysterie gewarnt. In den Vereinigten Staaten handele es sich nicht um eine Epidemie, sagte der US-Präsident in seiner wöchentlichen Video-Ansprache am Samstag. In der Karibik erregte ein amerikanisches Kreuzfahrtschiff Aufsehen: An Bord befindet sich eine Frau, die als Laborleiterin in einem Krankenhaus in Texas mit Ebola-Proben in Kontakt gekommen sein soll. Aus Furcht vor der Seuche durfte das Schiff zwei Karibik-Häfen nicht anlaufen.

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte ein stärkeres Engagement der Weltgemeinschaft im Einsatz gegen die Seuche in Westafrika. „Wir alle haben Ebola unterschätzt. Heute wissen wir, dass wir mit jedem Tag, der ohne konsequentes Handeln vergeht, Gefahr laufen, den Kampf gegen Ebola zu verlieren“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, sagte dem Blatt, die Hilfe laufe nun an, „spät sicherlich, aber nun von vielen Seiten“.

Wie die „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ außerdem berichtet, arbeitet die Bundesregierung daran, mehrere Flugzeuge so auszurüsten, dass hoch infektiöse Ebola-Patienten damit sicher transportiert werden könnten. Die Fluggesellschaft Lufthansa habe den Auftrag dafür bekommen, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise. Bis Mitte November sollten die Maschinen zur Verfügung stehen. Denn dann sollen auch die ersten freiwilligen Helfer aus Deutschland in die betroffenen Länder aufbrechen. Das Auswärtige Amt wollte sich auf dpa-Anfrage nicht dazu äußern.

In Berlin beraten Fachleute aus rund 90 Ländern ab diesem Sonntag bei der Konferenz „World Health Summit“ (Weltgesundheitsgipfel) unter anderem über die Ebola-Epidemie. Außenminister Steinmeier eröffnet die Konferenz am frühen Abend (17 Uhr) mit einer Rede zu den Herausforderungen durch Ebola. Mit dabei ist auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

In Frankreich wurden Flugpassagiere am Samstag erstmals auf Ebola kontrolliert. Am Charles-de-Gaulle-Flughafen in Paris mussten sich Reisende bei der Ankunft aus Guinea einer Fiebermessung unterziehen. Auch in London gibt es solche Kontrollen.

Großbritanniens Premierminister David Cameron verlangte von der Europäischen Union (EU), die Finanzmittel im Kampf gegen Ebola auf eine Milliarde Euro zu erhöhen. „Es muss noch viel mehr getan werden“, schrieb Cameron in einem Brief an EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und die EU-Regierungschefs. Auf dem bevorstehenden EU-Gipfel in Brüssel in der nächsten Woche müsse ein „ehrgeiziges Unterstützungspaket“ beschlossen werden. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten haben bisher 450 Millionen Euro zur Bekämpfung der Krankheit in den westafrikanischen Krisenländern bereitgestellt.

Obama ermahnte die Amerikaner, angesichts des lebensgefährlichen Ebola-Virus“ nicht in Angst oder Hysterie zu verfallen. Jedes Jahr stürben Tausende Amerikaner an der Grippe. In den USA gehe es um lediglich drei bekannte Fälle bei mehr als 300 Millionen Einwohnern. „Wir müssen das in der richtigen Perspektive sehen“, appellierte der Präsident.

In den USA haben sich zwei Krankenschwestern mit Ebola angesteckt. Beide sollen sich in einer Klinik in Dallas bei der Versorgung eines aus Liberia eingereisten Mannes infiziert haben. Der Mann starb am 8. Oktober.

Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro bot den Vereinigten Staaten eine Zusammenarbeit im Kampf gegen Ebola an. Eine Kooperation mit den USA stünde im Zeichen des Weltfriedens, schrieb der 88-Jährige in einem am Samstag veröffentlichten Artikel der Parteizeitung „Granma“. Am Montag treffen sich Vertreter der linksgerichteten Staatengemeinschaft Alba zu einem Ebola-Gipfel in Havanna.

In der texanischen Hafenstadt Galveston soll an diesem Sonntag das US-Schiff „Carnival Magic“ eintreffen. Es hatte weder in Belize noch auf der mexikanischen Insel Cozumel eine Anlegeerlaubnis bekommen. Das Unternehmen Carnival Cruise Lines orderte daher die Rückfahrt in die USA an. Die Kreuzfahrtgesellschaft teilte am Freitag (Ortszeit) mit, die Laborbeschäftigte an Bord stelle keine Gefahr für Passagiere und Besatzung dar. Sie sei 19 Tage zuvor zuletzt in dem Labor tätig gewesen und zeige keinerlei Symptome. Sie bleibe in freiwilliger Quarantäne. Die „Carnival Magic“ bietet Platz für rund 5000 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

Obama sagte zu den Diskussionen über ein mögliches Flugverbot für Reisende aus den von Ebola betroffenen Ländern, die USA könnten sich nicht einfach von Westafrika abschneiden. Die Vereinigten Staaten würden die globalen Bemühungen im Kampf gegen den Virus in Liberia, Sierra Leone und Guinea weiter anführen, um die Krankheit an ihrer Quelle zu stoppen.

In den drei westafrikanischen Ländern starben nach offiziellen Zahlen bisher mindestens 4546 Menschen an der Seuche. In weltweit bisher sieben betroffenen Ländern wurden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum 14. Oktober 4555 Ebola-Tote registriert.

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