Hamburg - Als Nominierter für das „Kinderspiel des Jahres“ muss man knallharte Kinderkritik vertragen können. Die Teams der drei Spiele, die es in die Endrunde geschafft haben, schauen am Montag im Festsaal des Hamburger Hotels „Atlantic“ noch erwartungsvoll zur Bühne – da gibt es für eines von ihnen erst mal einen kleinen Dämpfer: Ob es cool gewesen sei, die Spiele in der Schule schon mal ausprobiert zu haben, fragt die Juryvorsitzende einen Siebenjährigen. „Ja“, antwortet der, aber auch schwierig, weil etwa bei „Stone Age Junior“ viele die Regeln nicht auf Anhieb verstanden hätten. Dann aber ist es genau jenes Spiel, das am Ende das Rennen macht.

„Stone Age Junior“ habe vorbildlich den Reiz des gleichnamigen, 2008 erschienenen Familienspiels in ein altersgerechtes Steinzeitabenteuer für jüngste Spieler übertragen, urteilt die Jury. Ihr gehören neben der Vorsitzenden Sabine Koppelberg unter anderem Lehrer, Journalisten und Leiter von Spieleverleihen an. Für die Kinderspiel-Wahl, die zum 16. Mal über die Bühne ging, nahmen die Juroren knapp 150 Neuerscheinungen unter die Lupe und spielten sie mit Kindern in Familien, Kindertagesstätten und Schulen. Kriterien: Spielidee, Regelgestaltung, Design und Layout.

Letztlich setzt sich das Steinzeitabenteuer durch. Auf den Feldern des Spielplans von „Stone Age Junior“ (ab fünf Jahren) bekommt man Rohstoffe, geht in den Tauschhandel und baut Hütten – wer als Erster drei Hütten errichtet hat, gewinnt. „Sammeln, planen, bauen. Rohstoffmanagement, der clevere Einsatz von Figuren auf Aktionsfeldern und Aufbaustrategie – das sind normalerweise gar keine Themen für Kinderspiele“, sagen die Juroren. Für Hanna und Jonathan aus der Hamburger Grundschulkasse, die für den Verein Spiele bei der Verleihung präsentiert, war es der Favorit. „Spannend und riskant“, nennt es Jonathan (7). „Mir hat besonders gefallen, dass man gegeneinander spielt“, sagt Hanna (8).