TAMPA - Die Polizei im US-Staat Florida hat ein Blutbad an einer Schule vereitelt. Die Beamten nahmen einen 17-Jährigen fest, der offenbar in der kommenden Woche Rohrbomben in seiner früheren High School in Tampa zünden wollte. Sein Ziel sei es gewesen, möglichst viele Menschen zu töten und zu verletzen, teilte Tampas Polizeichefin Jane Castor in der Nacht zu Donnerstag mit.
Der Teenager war den Angaben zufolge vor einem Jahr von der Schule geflogen und wurde seither zu Hause unterrichtet. Nach Medienberichten war er der Polizei bereits mehrfach aufgefallen wegen Drogenbesitzes, verdeckten Tragens einer Waffe und Einbruchs.
Festgenommen wurde der Junge am Dienstagabend (Ortszeit) nach einem Hinweis aus seinem Umfeld. Die Polizei nannte den Informanten einen Helden. Bei seinen Planungen für den Anschlag habe der 17-Jährige vor allem 30 ehemalige Mitschüler und zwei Schulangestellte ins Visier genommen, die aus seiner Sicht sein Leben ruiniert hätten.
Bei der Durchsuchung des Elternhauses fand die Polizei im Schlafzimmer des Jungen Materialien zum Bombenbauen, wie Castor schilderte. Darunter waren Zünder, Zeitschaltuhren und Schrapnelle. Entdeckt wurde außerdem ein Manifest, in dem der Junge anscheinend seinen Plan minutengenau dargestellt hatte. Der 17-Jährige habe keine Komplizen gehabt, hieß es weiter.
Laut Aufzeichnungen wollte er am kommenden Dienstag zuschlagen, dem ersten Schultag nach den Sommerferien. Der 17-Jährige hatte so die Polizeichefin das erklärte Ziel, mehr Menschen zu töten und zu verletzen als zwei jugendliche Täter an der Columbine High School im US-Bundesstaat Colorado. Die Täter hatten am 20. April 1999 zwölf Schüler und einen Lehrer getötet sowie weitere 24 Menschen zum Teil schwer verletzt. Später richteten sich die beiden selbst.
