TAMPA - TAMPA/DPA - Nach einer Serie gerichtlicher Niederlagen für die Eltern sind die Lebenschancen der amerikanischen Komapatientin Terri Schiavo praktisch auf Null gesunken. Sie zeigt am achten Tag ohne Essen und Trinken nach Angaben ihrer Geschwister starke Anzeichen von Austrockung. Nach Schätzungen von Ärzten könnte sie bereits in den nächsten Tagen sterben.
Nachdem am Freitag auch ein Bundesbezirksrichter in Tampa (Florida) erneut eine Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung abgelehnt hatte, blieb Mutter und Vater nach Angaben von Rechtsexperten nur noch der Weg vor ein Bundesberufungsgericht und möglicherweise vor den Obersten Gerichtshof. Aber derartige Vorstöße wurden von vornherein als völlig aussichtslos eingestuft.
Unterdessen wird die Auseinandersetzung um das Schicksal der Frau immer emotionaler und schärfer. Vater Bob Schindler erklärte, die Richter in den USA seien auf einem „Feldzug mit dem Ziel, unsere Tochter zu töten“.
Bundesbezirksrichter James Whittemore, war von den Eltern am Donnerstag mit der Begründung eingeschaltet worden, bisher seien neue Erkenntnisse über den Zustand ihrer Tochter nicht geprüft worden. Vor Whittemores Spruch hatte der Bezirksrichter George Greer es bereits am Donnerstag abgelehnt, die Kranke in staatliche Obhut zu übergeben. Gouverneur Jeb Bush, der Bruder von US-Präsident George W. Bush, hatte dies mit der Begründung angestrebt, es gebe neue Erkenntnisse darüber, dass Terri Schiavos Zustand nicht so schlimm sei wie von der Gegenseite dargestellt.
