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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Tödlicher Angriff in Arbeitsagentur

07.03.2013

Düsseldorf Beim Prozessauftakt um den Mord an der Mitarbeiterin eines Jobcenters im rheinischen Neuss haben mehrere Zeugen den Angeklagten als Täter identifiziert. Der 52-Jährige soll die Frau im vergangenen September mit einem 30 Zentimeter langen Fleischermesser erstochen haben, weil er der Behörde illegalen Handel mit seinen persönlichen Daten unterstellte.

Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen. Der Vater von fünf Kindern war mit zwei Messern in die Behörde gestürmt. Nach der Bluttat waren die Sicherheitsmaßnahmen in den Jobcentern in Nordrhein-Westfalen überprüft und verschärft worden.

Ein Gerichtsmediziner berichtete, dass ein Stich die Frau vollständig durchbohrt habe. Es seien mehrere innere Organe verletzt und die Hauptschlagader durchstochen worden. Die 32-Jährige sei innerlich verblutet. Die Verteidiger des Angeklagten kündigten vor dem Düsseldorfer Landgericht an, dass sich ihr Mandant im Prozess später zur Tat äußern wolle.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arbeitslosen heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Bei der Datenschutzerklärung, über die sich der Mann aufgeregt habe, sei es um das Einverständnis zur Weitergabe der Daten an potenzielle Arbeitgeber gegangen. Die Verteidiger sagten, ihr Mandant, ein marokkanischer Landwirt, spreche kaum Deutsch und habe die Erklärung schlicht nicht verstanden. Sein Bruder habe ihn als Dolmetscher begleiten wollen, aber dann sei der 52-Jährige vorgegangen.

Zwei Polizisten entdeckten den Mann nach eigener Aussage unmittelbar nach der Tat hundert Meter vom Jobcenter entfernt, weil die Personenbeschreibung auf ihn passte. Er habe eine Hand gehoben, in der anderen Hand habe er noch das Messer gehalten, sagte ein Beamter.

Ahmed S. war seit dem Jahr 2000 in Deutschland und habe entgegen den Angaben der Ermittler immer wieder als Saisonarbeiter gearbeitet, erklärten die Verteidiger.

Der Angeklagte räumt das Tatgeschehen ein, bestreitet aber eine Tötungsabsicht.

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